Aktien Frankfurt: Dax trotzt hoher Corona-Nervosität


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich trotz der global rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus am Montag stabilisiert. Der Dax (DAX 30) notierte am frühen Nachmittag 0,49 Prozent fester bei 9680,17 Punkten. In der Vorwoche hatte der Leitindex erstmals seit Beginn des Corona-Crashs am 24. Februar einen Gewinn verzeichnet. Dennoch summiert sich das Minus im Crash immer noch auf fast 30 Prozent.

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Der MDAX der mittelgroßen Werte verlor dagegen am Montagnachmittag 0,54 Prozent auf 20 506,52 Zähler. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone stieg um rund 0,1 Prozent.

Die "Wirtschaftsweisen" halten mittlerweile eine schwere Rezession in Deutschland durch die massiven Folgen der Corona-Krise für unvermeidbar. Wie schlimm es genau kommt, sei derzeit wegen großer Unsicherheiten unklar, hieß es im Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

"Neben den konjunkturellen Belastungen rund um das Coronavirus ist ungewiss, inwieweit die Notenbanken mit weiteren Lockerungsschritten für Wachstumshilfen sorgen werden", bemerkte Marktanalyst Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Zudem werde der Absturz des Ölpreises mit Sorge betrachtet. Anleger sollten sich deshalb auf eine weiter hohe Volatilität einstellen. "Die derzeitigen Schwankungen am Markt sind nichts für schwache Nerven", erklärte Emden.

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Am Wochenende hatte sich die Corona-Krise weiter zugespitzt. So hatte US-Präsident Donald Trump die Amerikaner auf dramatische Opferzahlen vorbereitet. Wenn es gelinge, die Todeszahl auf 100 000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte er am Sonntag. Nach Auskunft der Johns-Hopkins-Universität waren bis Sonntagabend weltweit mehr als 33 000 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben und mehr als 700 000 Menschen infiziert.

Beim Flugzeugbauer Airbus (Airbus SE (ex EADS)) und dem Triebwerkhersteller MTU Aero Engines wurden die Anleger zum Wochenstart wieder vorsichtiger. Mit einem Verlust von 8,4 Prozent lagen die MTU-Aktien am Dax-Ende, die Airbus-Papiere waren mit minus 7,6 Prozent größter Verlierer im MDax. Zuvor hatten sich beide Papiere von den Crash-Tiefkursen vom 18. März etwas erholt.

Die Aktien von Bayer reagierten mit einem Kursanstieg von 1,6 Prozent auf recht positiv aufgenommene Studiendaten des Pharmakonzerns unter anderem zum Gerinnungshemmer Xarelto.

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Die Papiere von Drägerwerk stiegen um 5,5 Prozent. Im frühen Handel waren sie um mehr als 15 Prozent auf 108,50 Euro nach oben geschnellt und hatten damit den höchsten Stand seit 2015 erreicht. Dahinter steht die Erwartung am Markt, dass die Corona-Krise dem Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik einen Auftragsschub verleihen dürfte.

Spitzenreiter im SDax waren die Aktien des Online-Tierbedarfshändlers zooplus, die um 9,5 Prozent nach oben schnellten. Da die Menschen wegen der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen vermehrt online einkaufen, wird Zooplus von Anlegern seit einiger Zeit als Krisengewinner wahrgenommen.

Die Anteilsscheine von Ceconomy (Ceconomy St) rutschten um 3,5 Prozent abwärts. Die Anleger reagierten damit auf die Nachricht vom Wochenende, dass der Elektronikhändler über staatliche Hilfen verhandelt. Einem Händler zufolge dürfte der Großteil der Media-Markt- und Saturn-Filialen wegen der Corona-Krise derzeit geschlossen sein.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,44 Prozent am Freitag auf minus 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,32 Prozent auf 145,51 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,39 Prozent auf 173,50 Zähler.

Der Euro kostete am Nachmittag 1,1030 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,0977 Dollar festgesetzt./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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