Aktien Frankfurt: Hiobsbotschaft von Conti belastet Dax - 'Wie ein Schock'


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein überraschend schwacher Ausblick des Zulieferers Continental hat am Donnerstag die gesamte Auto-Branche belastet und den Dax (DAX 30) mit nach unten gezogen. Denn im Sog der Conti-Aktien büßten auch die Autowerte BMW, Daimler und Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) an Wert ein. Der deutsche Leitindex verlor am frühen Nachmittag 1,6 Prozent auf 11 932,58 Punkte und beendete die leichte Erholung der vergangenen beiden Tage.

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Continental brachen im Tief um 14 Prozent ein auf den niedrigsten Stand seit fast sieben Jahren. Vom Rekordhoch vom Januar 2018 hat sich der Kurs gedrittelt. Die Hannoveraner warnen nach einem Milliardenverlust und einer gekürzten Dividende vor einem weiteren schwachen Jahr. Die Profitabilität dürfte nochmals stark zurückgehen. Zuletzt betrug der Kursrutsch noch 10,6 Prozent. Dies belastete auch die Kurse anderer Autozulieferer wie Infineon, thyssenkrupp, Schaeffler und Hella (HELLA GmbHCo).

Das Ziel von Continental für die Gewinnmarge bedeutet nach Aussage von Experte Jose Asumendi von JPMorgan, dass die Marktschätzungen für 2020 nun um mehr als 20 Prozent gekürzt werden dürften. Er monierte zudem die Dividende, die mit 4 Euro unter der Ausschüttung von 4,75 Euro für 2018 liege. "Der Ausblick kam für uns wie ein Schock", sagte Analyst Erwann Dagorne von der Barclays Bank. Zu den vielen Baustellen des Konzerns komme nun auch noch die Epidemie des Coronavirus hinzu.

Der MDAX der mittelgroßen Börsentitel sank am Donnerstag um 1,5 Prozent auf 25 700,75 Punkte. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitbarometer der Eurozone verlor fast zwei Prozent. Für die Wall Street, wo es am Vortag noch steil bergauf gegangen war, sind nun ebenfalls wieder Kursverluste angezeigt. Milliarden-Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des US-Repräsentantenhauses zur Eindämmung der Corona-Epidemie konnten die Märkte nicht mehr stützen.

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Auch andernorts sorgten Geschäftszahlen für Kursbewegung: Merck-Aktien stiegen an der Dax-Spitze um 1,5 Prozent. Der Pharma- und Chemiekonzern erreichte die Ziele für 2019 und will 2020 weiter wachsen. Henkel (Henkel vz) verloren dagegen fünf Prozent. Der Konsumgüterhersteller taxierte die Belastungen durch das Coronavirus bislang auf 100 Millionen Euro. Die Situation sei schwer vorherzusagen.

Bei ProSiebenSat.1 (ProSiebenSat1 Media SE) sprach Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank von einem vorsichtigen Ausblick auf 2020. Der Kurs des Medienkonzerns sackte am MDax-Ende um rund acht Prozent ab. Bei HUGO BOSS freuten sich die Anleger über eine unerwartet hohe Dividende, der Kurs des Modekonzerns lag leicht im Plus.

Aktien von Dialog Semiconductor fielen um 3,6 Prozent trotz einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Allerdings muss die Aktie in Kürze den MDAX der mittelgroßen Börsentitel verlassen. Ersetzt wird sie dort von den Papieren des Kochboxversenders HelloFresh, die um 5,4 Prozent auf ein Rekordhoch nach oben schnellten. Zudem empfahl die Bank JPMorgan die Hellofresh-Aktien zum Kauf.

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Am Rentenmarkt trat die Umlaufrendite mit minus 0,62 Prozent auf der Stelle. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) gab geringfügig um 0,01 Prozent auf 146,27 Punkte nach. Der Bund-Future stieg um 0,25 Prozent auf 178,00 Punkte.

Der Euro legte nach den Verlusten vom Vortag wieder zu und notierte zuletzt bei 1,1188 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1125 Dollar festgesetzt./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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