Aktien Frankfurt: Kunjunktursorgen und schwache Techwerte belasten


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach moderaten Gewinnen zu Wochenbeginn nach der Bundestagswahl ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag unter Druck geraten. Ein Cocktail aus Inflationsangst, drohender geldpolitischer Straffungen und einer ausgeprägten Schwäche im Technologiesektor lastete erheblich auf den Kursen. Am Nachmittag stand der Dax (DAX 40) mit 1,30 Prozent im Minus bei 15 370,73 Punkten. Damit ist ein großer Teil der Kursgewinne seit dem Mai-Tief in der Vorwoche wieder ausradiert.

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Während der MDAX der mittelgroßen deutschen Werte mit minus 1,87 Prozent bei 34 615,64 Zählern auf sein Tief der Vorwoche zusteuerte, verzeichnete der europäische LeitindexEuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) ähnlich hohe Verluste.

Obwohl die Währungshüter die steigende Inflation als vorübergehendes Phänomen betrachten, nimmt aus Sicht von Michael Hewson von CMC Markets doch ihre Besorgnis zu. So habe Fed-Chef Powell in einer vorab verbereiteten Bemerkung für einen Auftritt vor dem Bankenausschuss des Senats mögliche Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen, sollte der Preisauftrieb nachhaltiger sein als gedacht. Auch der starke Renditeanstieg an den Anleihemärkten deutet derzeit laut Beobachtern darauf hin, dass der Markt sich auf eine Zinsanhebung einstellt.

Auf Unternehmensseite standen am Dienstag erneut jene Werte unter Druck, die als Gewinner der Corona-Krise gelten. Aber nicht nur diese litten. "In vielen Branchen und Sektoren wird nun die Überbewertung abgebaut", schrieb Andreas Lipkow von Comdirect. Der Kochboxenversender HelloFresh beispielsweise büßte knapp 3 Prozent ein.

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Auch die monatelang stark gelaufene Medizintechnikbranche ist inzwischen auf Talfahrt. Aktien des Laborzulieferers Sartorius (Sartorius vz) etwa litten als eines der Dax-Schlusslichter mit gut 3,1 Prozent Abschlag. Als Letzter im MDAX sanken Carl Zeiss Meditec mit minus 6,7 Prozent auf ein Tief seit Juli, während Eckert & Ziegler (EckertZiegler Strahlen- und Medizintechnik) im SDAX 7,6 Prozent verloren.

Unter den größeren Verlierern fanden sich auch die Sportartikelhersteller wieder. Die Corona-Pandemie beeinträchtigt derzeit die Produktion von adidas in Vietnam. Die Papiere verloren 2,6 Prozent, während es für den Konkurrenten PUMA SE um rund 2 Prozent abwärts ging.

Im Sog der bereits am Vorabend schwächeren Nasdaq verloren auch europaweit die Technologie- und Chipwerte: Infineon lagen im Dax abgeschlagen mit rund 5 Prozent im Minus, im MDax gaben Aixtron (AIXTRON SE) mehr 3,4 Prozent nach. Unterdessen deutete sich für die US-Techs auch am Dienstag eine Fortsetzung des Rückschlags an.

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Zu den wenigen Gewinnern zählte europaweit die Autobranche. Hierzulande verteuerten sich die Aktien der Hersteller um bis zu 2,7 Prozent für Daimler, die an der Dax-Spitze ein Hoch seit Ende Juni markierten. Die Sektorrotation gehe damit zugunsten der "Old Economy" erläuterte Marktkenner Lipkow. Auch Covestro verteuerten sich um gut 2,2 Prozent. Der Kunststoffkonzern rechnet dank anhaltender guter Nachfrage in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Gewinn, wie er zum Kapitalmarkt mitteilte.

Ein angehobenes Umsatzziel von ABOUT YOU für das Jahr lockte die Investoren auch in die Aktien des Online-Modehändlers, die um mehr als zweieinhalb Prozent zulegten.

Der Euro wurde am Nachmittag zu 1,1675 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1698 Dollar festgesetzt.

Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,29 Prozent am Vortag auf minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) fiel um 0,08 Prozent auf 144,20 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,32 Prozent auf 169,70 Punkte./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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