Aktien Frankfurt: Zähes Ringen im Dax - Anleger warten auf den nächsten Impuls
FRANKFURT (dpa-AFX) - Zäher Handel am deutschen Aktienmarkt: Nach dem robusten Wochenstart tat sich der Dax (DAX 30) am Dienstag angesichts mangelnder Impulse mit größeren Kursbewegungen schwer. Bis zum Mittag hielt sich der deutsche Leitindex eng in Sichtweite seines Vortagesschluss, zuletzt verbuchte das Börsenbarometer ein kleines Plus von 0,20 Prozent auf 11 681,60 Punkte.
Für den MDAX ging es etwa zeitgleich um 0,24 Prozent auf 25 059,50 Zähler hoch. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone trat zuletzt nahezu auf der Stelle.
Anleger stehen aktuell vor einer Gemengelage politischer und konjunktureller Themen wie dem Handelskrieg zwischen den USA und China, der Regierungskrise in Italien und dem Brexit, die je nach Eskalationsstufe die täglichen Schwankungen im Dax beeinflussen. Den Schock durch die jüngste Eskalation im Handelskrieg hatten die Investoren zum Wochenstart recht gut weggesteckt. Dabei half, dass die USA und China kurz nach ihrem Schlagabtausch bereits wieder Gesprächsbereitschaft signalisierten.
Solange sich aber Eskalation und Entspannung im Handelsstreit im Wochentakt abwechselten, dürfte auch die Börse keinen klaren Trend finden, glaubt Marktbeobachter Milan Cutkovic von Axitrader. Der Dax pendelt derzeit um seine 200-Tage-Linie. Dieser Gradmesser für den längerfristigen Trend läuft seit Monaten seitwärts.
Am Dienstag nickten die durch den Handelskrieg und Konjunktursorgen leidgeprüften Anleger in Deutschland nun selbst die schwierige Regierungsbildung in Italien ohne größere Reaktion ab. Auch der italienische Aktienmarkt erholte sich bis zum Mittag vom kurzzeitigen Kurssturz, nachdem die Fünf-Sterne-Bewegung zuletzt mit einem Abbruch der Verhandlungen gedroht hatte, sollten die Sozialdemokraten nicht Giuseppe Conte als Regierungschef zustimmen.
Auf Unternehmensseite blieb am hiesigen Markt die Nachrichtenlage bis zum Mittag ruhig. Im Dax verteuerten sich Eon (EON SE) um mehr als eineinhalb Prozent - die Papiere profitierten von einer Kaufempfehlung durch die britische Investmentbank Barclays. Analyst Peter Crampton argumentiert, dass die Papiere im Vergleich zum aktuellen Anlegerliebling RWE zu Unrecht links liegen gelassen würden. Immerhin ignorierten die Investoren damit nicht nur die aktuelle Lage, sondern auch das Gewinn- und Dividendenpotenzial aus dem Innogy (innogy SE)-Deal ab 2022. Auch RWE- und Innogy-Papiere legten zu.
Immobilienwerte erholten sich über alle Indizes hinweg nahezu ausnahmslos von ihren Vortagesverlusten. Die Branche hatte zum Wochenstart unter den Planspielen in Berlin zum Mietendeckel gelitten. Vonovia (Vonovia SE (ex Deutsche Annington)) rückten als Dax-Sieger zuletzt um mehr als zwei Prozent vor, Deutsche Wohnen (Deutsche Wohnen SE) legten im MDAX um mehr als eineinhalb Prozent zu und für Adler Real Estate ging es im SDAX um mehr als vier Prozent nach oben.
Cancom (CANCOM SE)-Papiere waren mit einem Kursplus von rund zweieinhalb Prozent gefragt - der IT-Dienstleister rückt zum 29. August vom SDax in den MDax auf und ersetzt dort den vor der Übernahme durch den Finanzinvestor KKR stehenden Medienkonzern Axel Springer (Axel Springer SE). Die freiwerdende Lücke im Nebenwerteindex schließt Instone (Instone Real Estate Group) Real Estate (Instone Real Estate Group), die Aktien des Immobilienentwicklers verteuerten sich um gut vier Prozent.
Unterdessen waren andere Medienwerte gefragt: Die Papiere von ProSiebenSat.1 (ProSiebenSat1 Media SE) knüpften mit mehr als zwei Prozent Kursplus an der MDax-Spitze an ihre jüngste Erholung an. RTL-Anteilsscheine kletterten moderat./tav/jha/
--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---