Aktien Wien Schluss: ATX schließt deutlich höher
WIEN (dpa-AFX) - Der österreichische Aktienmarkt ist am Dienstag mit deutlichen Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Der Leitindex ATX sprang um 8,16 Prozent auf 2034,30 Punkte nach oben. Für den marktbreiten ATX Prime ging es um 7,73 Prozent auf 1035,24 Einheiten nach oben.
Unterstützung für die Börsen auf der ganzen Welt lieferte dabei die Aussicht auf ein billionenschweres Konjunkturpaket in den USA, das die Folgen des Coronavirus abfedern soll. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, hält eine Einigung mit den Republikanern auf das billionenschwere Konjunkturpaket noch am Dienstag für möglich.
Konjunkturdaten hatten unterdessen sowohl in Europa als auch den USA erste tiefe Eindrücke der Pandemie in den Wirtschaftsindikatoren gezeigt. In beiden Wirtschaftsräumen sind die Einkaufsmanagerindizes auf Rekordtiefs gefallen. Als Begründung, warum dies Anleger nicht stärker verunsicherte, hieß es von Marktbeobachtern, die Risiken und wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus seien bereits zuvor mehr als eingepreist gewesen.
In Wien bestimmten weitgehend Nachrichten zu Reaktionen auf die Herausforderungen durch die Pandemie das Marktgeschehen. Am Vorabend hatte Voestalpine Kurzarbeit in zahlreichen Konzernbereichen und Niederlassungen angekündigt. Die Voestalpine-Aktien schlossen mit plus 4,66 Prozent.
Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer (plus 3,15 Prozent) wird den Betriebsurlaub der heimischen Standorte vorziehen und für die Zeit nach Ostern vorsorglich Kurzarbeit beantragen, teilte der Fahrzeugbauer mit. Als Grund nennt auch er die Mitarbeitergesundheit und die Betriebsunterbrechungen bei Lieferanten im Zuge der Coronavirus-Krise.
Besonders fest schlossen die Aktien von Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO). Die Titel des Ölfeldausrüsters waren von den Verwerfungen am Ölmarkt durch die Nachfragesorgen aufgrund des Coronavirus und des Preiskampfes großer Förderländer zuletzt stark belastet worden und konnten sich nun etwas erholen. Der Kurs von SBO zog um stattliche 21,60 Prozent an. Für den Branchenkollegen OMV ging es um 12,59 Prozent auf 25,40 Euro nach oben. Die Wertpapierexperten der Berenberg Bank haben ihr Kursziel für die Aktien des heimischen Öl- und Gaskonzerns von 60 auf 33 Euro herabgesetzt und ihre Kaufempfehlung in einer am Montag vorgelegten Branchenstudie bestätigt.
Der Luftfahrtzulieferer FACC hat unterdessen das Mandat seines Vorstandsvorsitzenden Robert Machtlinger bis zum 30. Juni 2025 verlängert. Machtlinger steht bereits seit 2016 an der FACC-Spitze. Der Kurs von FACC ging um 1,52 Prozent tiefer aus dem Handel./rai/dkm/APA/fba