Klumpenrisiko KI-Aktien? Cramer warnt vor zu viel NVIDIA & Co. - Worauf Anleger setzen sollten
CNBC-Moderator Jim Cramer riet Anlegern, nicht alles auf KI-Werte wie NVIDIA zu setzen, und nannte sieben Alternativen aus anderen Branchen.
Werte in diesem Artikel
- Cramer warnt vor zu großer KI-Konzentration und rät zur Streuung
- Er nennt sieben Alternativen aus Luftfahrt, Fintech, Gesundheit und Energie
- Amgen fiel nach Novartis-Studiendaten deutlich, NVIDIA bleibt im Depot
CNBC-Moderator Jim Cramer hat Anlegerinnen und Anleger kürzlich in seiner Sendung Mad Money davor gewarnt, ihr Kapital zu einseitig auf Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz wie NVIDIA zu konzentrieren. Für die kommenden zwei Monate rät er zu einer breiteren Streuung über mehrere Branchen hinweg, ohne sich vollständig von KI-Infrastrukturwerten zu verabschieden.
NVIDIA-Aktie bleibt im Depot, Cramer blickt auch auf die Luftfahrt
Von KI-Infrastrukturwerten wie NVIDIA will sich Cramer nicht grundsätzlich trennen. Er geht davon aus, dass sie mindestens bis zu den Zwischenwahlen im November volatil bleiben, und rät, dort nur einen kleinen Teil des Depots zu halten. Es gebe mehr im Leben und beim Investieren als das Rechenzentrum, sagte er sinngemäß in der Sendung. Als ersten Baustein für die restliche Positionierung nennt er den Triebwerksbauer GE Aerospace, der am 8. September die Übernahme des Präzisionsguss-Zulieferers Consolidated Precision Products für 11,75 Milliarden US-Dollar ankündigte. Das Geschäft soll die Lieferkette stärken und auch dem Flugzeughersteller Boeing als Großkunden helfen, seinen Auftragsbestand schneller abzuarbeiten.
Rat an Anleger: Fintech-Werte als Ergänzung
Im Fintech-Bereich setzt Cramer auf die Handelsplattform Robinhood, die aus seiner Sicht vor allem durch ihre Bindung jüngerer Kundinnen und Kunden punktet, und auf den Ratenzahlungsanbieter Affirm. Affirm kommt auf rund 28 Millionen aktive Kunden und arbeitet mit großen Handelspartnern wie Amazon, Costco Wholesale, Walmart und Apple zusammen. Für Anleger, die ihr Depot abseits der Chipwerte breiter aufstellen wollen, sind beide Aktien laut Cramer ein Ansatzpunkt, um von der wachsenden Bedeutung mobiler Finanzdienstleistungen zu profitieren.
Gesundheitswerte als Positionierungsidee
Im Gesundheitsbereich verweist Cramer auf die digitale Physiotherapie-Plattform Hinge Health und auf Medtronic. Der Medizintechnikhersteller habe zuletzt besser als erwartet abgeschnitten und sein organisches Wachstum verbessert, ohne dass sich das im Kurs niederschlägt. Die Aktie stehe nun ungefähr wieder dort, wo sie vor den Zahlen stand, was Cramer als unverständlich bezeichnete. Für Anleger, die auf strukturelles Wachstum in der Gesundheitsversorgung setzen wollen, sieht er in beiden Namen eine Alternative zum reinen KI-Thema.
Energieinfrastruktur für Dividendenanleger
Bei den Energiewerten Enbridge und Enterprise Products Partners verweist Cramer auf Dividendenrenditen von über 5 Prozent. Beide Unternehmen seien zudem so positioniert, dass sie von Verschiebungen globaler Energie-Routen infolge der Spannungen nahe der Straße von Hormus profitieren könnten. Für einkommensorientierte Anleger, die abseits der Rechenzentren nach stabilen Ausschüttungen suchen, hält Cramer diese Kombination aus Infrastruktur und Dividende für einen naheliegenden Baustein.
Biopharma-Chance nach Kursrutsch bei Amgen
Zum Biopharma-Unternehmen Amgen sagte Cramer, die Aktie sei am Tag der Sendung deutlich gefallen, nachdem der Pharmakonzern Novartis mitgeteilt hatte, dass sein Cholesterinmedikament in einer Spätphasenstudie sein Ziel bei kardiovaskulären Endpunkten verfehlt hatte. Weil Amgen an einem Wirkstoff derselben Kategorie arbeite, seien Anleger im Sog der Novartis-Nachricht auch aus dieser Aktie geflohen. Ein Kursrückgang dieser Größenordnung deute laut Cramer darauf hin, dass der Markt das Abwärtsrisiko bereits weitgehend eingepreist habe, was die Aktie für Anleger mit Interesse an Value-Chancen im Gesundheitssektor interessant machen könnte.
Cramer selbst betont, dass keine dieser Ideen automatisch besser sei als ein KI-Infrastrukturwert. Wer sein Depot aber testweise um einige der genannten Branchen ergänzt, dürfte die Zeit bis zu den Zwischenwahlen im November nach seiner Einschätzung entspannter erleben.
Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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