Chipmarkt-Prognose erhöht

KI-Aktien wie NVIDIA, AMD und Co. vor Rally? BofA sieht neuen Chip-Boom - Chancen für Anleger im Blick


KI-Aktien wie NVIDIA, AMD und Co. vor Rally? BofA sieht neuen Chip-Boom - Chancen für Anleger im Blick

Bank of America schraubt ihre Wachstumsprognose für die US-Chipindustrie deutlich nach oben, was Anleger von NVIDIA, AMD und Co. aufhorchen lässt.

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  • BofA korrigiert ihre Prognosen für die Chipbranche kräftig nach oben
  • Speicherchips und Server-CPUs rücken als neue Wachstumstreiber in den Fokus
  • Chancen für KI-Anleger im Blick
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Bank of America hat ihre Wachstumsprognose für die US-Halbleiterindustrie deutlich angehoben und erwartet bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Plus von 18 Prozent statt zuvor 14 Prozent, wie unter anderem investing.com berichtet. Für Anleger in Chipwerten liefert die Einschätzung neue Argumente, auch wenn kurzfristige Debatten um das Tempo der KI-Entwicklung für Nervosität sorgen.

Neuer Schwung für NVIDIA-Aktie, AMD und Co.? BofA hebt Fertigungsausgaben deutlich an

Den adressierbaren Markt sieht das Institut bis dahin auf 3,2 Billionen US-Dollar steigen, verglichen mit der vorherigen Schätzung von 2,7 Billionen US-Dollar. Die Bank verweist gemäß investing.com darauf, dass die Branche 50 Jahre benötigte, um einen Umsatz von 1 Billion US-Dollar zu erreichen, während sich die aktuelle Marktgröße von 1,7 Billionen US-Dollar nach ihrer Einschätzung binnen vier Jahren verdoppeln soll.

Für die Ausgaben zur Wafer-Herstellung erwartet BofA 2026 nun 156 Milliarden US-Dollar statt der zuvor prognostizierten 144 Milliarden US-Dollar, heißt es weiter. Das entspräche einem deutlichen Plus gegenüber dem Vorjahr. Für 2027 hebt die Bank ihre Schätzung von 190 auf 210 Milliarden US-Dollar an. Den Markt für Wafer-Fertigungsanlagen sieht Bank of America langfristig auf bis zu 360 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 wachsen. Getrieben werde die Anhebung vor allem von höherer Nachfrage nach Speicher-Fertigungsanlagen: Für DRAM-Anlagen kalkuliert die Bank 2026 mit Ausgaben von 61 Milliarden US-Dollar. Für 2027 erwartet sie 85 Milliarden US-Dollar.

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Server-CPUs, Cloud-Ausgaben und KI-Investitionen

Bereits zuvor hatte Bank of America ihre Prognose für den globalen Server-CPU-Markt angehoben. Analyst Vivek Arya rechnet gemäß investing.com bis 2030 nun mit einem Marktvolumen von mehr als 210 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte die Bank rund 170 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Das jährliche Wachstum des Serverchip-Markts wird auf 24 Prozent beziffert. Zudem schätzte die Bank die möglichen Cloud-Infrastruktur-Ausgaben der Hyperscaler für 2027 auf bis zu 1,08 Billionen US-Dollar, berichtet Reuters.

Eine separate Studie der Bofa, über die ebenso investing.com berichtete, geht davon aus, dass sich die weltweiten KI-Investitionen bis Ende des Jahrzehnts auf mehr als 3 Billionen US-Dollar verdreifachen könnten. Als bevorzugte Titel im Halbleitersektor nennt Bank of America darin NVIDIA, AMD, Marvell, Analog Devices und ON Semiconductor. Die Mietpreise für NVIDIAs B200-GPU lagen laut Bank of America Mitte September bei 5,72 US-Dollar pro Stunde, ein Indiz für die anhaltend hohe Nachfrage nach Rechenkapazität für KI-Anwendungen.

Was die angehobene Prognose für KI-Anleger bedeutet

Der Philadelphia Semiconductor Index hat seit Jahresbeginn kräftig zugelegt. Trotz dieser Rally wird die Halbleiterbranche laut investing.com mit dem 18-Fachen des für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinns bewertet und liegt damit unter dem 19-Fachen Multiplikator des S&P 500. Damit bleibt trotz der bereits erfolgten Kursgewinne für KI-Anleger rechnerisch Spielraum, auch wenn eine Bewertung allein noch keine Prognose über die künftige Kursentwicklung erlaubt.

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Dennoch bleiben die Risiken bestehen. Für kurzfristige Verunsicherung sorgte zuletzt eine Debatte um das Tempo der KI-Entwicklung: Anthropic-Chef Dario Amodei sprach sich für eine Drosselung aus, Rückhalt erhielt er von OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk. Zusätzlich belasteten steigende Anleiherenditen zinssensitive Technologiewerte, und zuvor hatte ein enttäuschender Ausblick von Broadcom die Sektorstimmung bereits gedrückt. Als nächsten wichtigen Katalysator für Speicherpreise und Margen nennt Bank of America die Quartalszahlen von Micron am 30. September 2026.

Wie bei jeder mehrjährigen Prognose gilt: Die Schätzungen der Bank of America beruhen auf Annahmen zur Nachfrageentwicklung, die sich mit der tatsächlichen Auftragslage in Rechenzentren und beim Speicherchip-Absatz noch verändern können. Anleger sollten solche Zahlen als eine Einschätzung unter mehreren einordnen, nicht als gesicherte Entwicklung.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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