Analysten-Hochstufung

Palantir-Aktie im Fokus: KI-Plattformstrategie überzeugt - Analyst wird optimistischer


Palantir-Aktie im Fokus: KI-Plattformstrategie überzeugt - Analyst wird optimistischer

Nach monatelangem Kursverfall sieht ein Wall-Street-Analyst bei Palantir plötzlich die günstigste Bewertung seit Langem und begründet das mit einem ungewöhnlichen Wettbewerbsvorteil.

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  • D.A. Davidson stuft die Palantir-Aktie auf Kaufen hoch
  • Analyst Gil Luria erhöht Kursziel auf 175 US-Dollar
  • Experte sieht unterschätzten Wettbewerbsvorteil in KI-Plattformstrategie
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D.A. Davidson hat die Palantir-Aktie am 2. Juli 2026 von Neutral auf Kaufen hochgestuft und das Kursziel von 165 auf 175 US-Dollar angehoben. Analyst Gil Luria sieht einen Wettbewerbsvorteil, den er bislang am Markt für unterschätzt hält: Palantir tritt gegenüber Unternehmenskunden als Orchestrierungsschicht zwischen verschiedenen KI-Modellen auf, statt selbst nur ein einzelnes Modell zu verkaufen. Genau dieser Ansatz habe sich zuletzt bewährt, so der Analyst. Mit seiner positiven Einschätzung steht Luria nicht allein da: Laut CNBC bewerten derzeit 21 von 33 Analysten die Aktie mit Kaufen oder Strong Buy, zehn weitere Häuser sehen sie neutral. Der durchschnittliche Kurszielkonsens liegt laut TipRanks derzeit bei 181,63 US-Dollar und damit noch leicht über Lurias angehobenem Kursziel.

Die Palantir-Aktie schloss indes an der NASDAQ am Donnerstag zuletzt mit einem Plus von 2,84 Prozent bei 129,30 US-Dollar und legte nachbörslich um weitere 0,37 Prozent auf 129,78 US-Dollar zu. An diesem Freitag bleiben die US-Börsen geschlossen. Es besteht laut den Analysten also noch deutlich Luft nach oben. Am Freitag bewegt sich der Anteilsschein jedoch nicht weiter nach oben, denn die US-Börsen bleiben aufgrund des morgigen Independence Day geschlossen.

Ein Vorteil, den die Restriktionen gegen Anthropic sichtbar machen

D.A. Davidson-Experte Luria begründet seine Hochstufung unter anderem mit der Entwicklung rund um Anthropic. Die US-Regierung hatte dem Unternehmen zeitweise Beschränkungen für seine KI-Modelle auferlegt, nachdem sich Anthropic wiederholt konfrontativ gegenüber Washington positioniert hatte. Für Kunden, die ihre Software direkt auf einem einzigen KI-Modell aufgebaut hätten, wäre eine solche Restriktion nach Einschätzung des Analysten geschäftskritisch gewesen. Wer dagegen wie viele Palantir-Kunden auf eine Orchestrierungsschicht setze, müsse lediglich das darunterliegende Modell austauschen, schreibt Luria. Genau diesen Mechanismus habe der Fall laut dem Analysten in der Praxis bestätigt und entkräfte damit eines der meistgenannten Risiken für Palantir: die Sorge, Kunden könnten künftig direkt mit Modellanbietern verhandeln, statt den Umweg über eine Orchestrierungsschicht zu gehen.

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Bewertung wieder attraktiv

Der zweite Baustein der Hochstufung ist die Bewertung. Nach FactSet-Daten, die D.A. Davidson in seiner Studie zitiert, besaß Palantir am 2. Juli 2026 ein geschätztes KGV von rund 71, deutlich unter dem Höchststand von mehr als 250 im November 2025. Das Analysehaus hob nun die Gewinnschätzung je Aktie für 2026 von 1,40 auf 1,50 US-Dollar an und die Schätzung für 2027 von 1,78 auf 2,14 US-Dollar, beide über dem Marktkonsens. Damit handle die Aktie mittlerweile auf einem ähnlichen Bewertungsniveau wie Softwarewerte wie Snowflake, Datadog, CrowdStrike und Shopify, wachse laut Luria aber doppelt so schnell wie jeder dieser Wettbewerber.

Wachstum als Fundament der These

Das operative Fundament liefert dabei das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026, dessen Ergebnisse Palantir am 4. Mai 2026 veröffentlichte. Der Umsatz kletterte um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,633 Milliarden US-Dollar und übertraf die von LSEG erhobene Konsensschätzung von 1,54 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,33 US-Dollar gegenüber einer Erwartung von 0,28 US-Dollar. Der Nettogewinn stieg auf 870,5 Millionen US-Dollar von 214 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Das Management hob die Jahresprognose 2026 zugleich auf 7,65 bis 7,66 Milliarden US-Dollar an, ein Plus von 71 Prozent gegenüber der im Februar 2026 kommunizierten Vorgabe von rund 7,19 Milliarden US-Dollar. Zusätzlichen Rückenwind gibt die am 29. Juni 2026 vertiefte Allianz mit NVIDIA für souveräne KI-Systeme in Behörden und kritischer Infrastruktur.

Zwei Punkte, die gegen die Euphorie sprechen

Ganz ohne Risiko ist die These von Analyst Luria jedoch nicht. Erstens bleibt die Bewertung anspruchsvoll: Ein KGV von 71 verlangt über Jahre hinweg zweistelliges Wachstum, jede Enttäuschung bei künftigen Quartalszahlen dürfte den Kurs empfindlich treffen. Zweitens hängt die Orchestrierungsthese davon ab, dass Unternehmen tatsächlich bei Palantir bleiben, statt langfristig direkt mit Modellanbietern zu verhandeln. Verschiebt sich das Preisgefüge einzelner KI-Modelle stark, könnte dieser Vorteil schneller schmelzen als gedacht.

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Carolin Ludwig, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Piotr Swat / Shutterstock.com, Michael Vi / Shutterstock.com

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