Siemens Energy-Aktie erneut tiefer: Overweight-Einstufung reicht Anlegern nach Barclays-Schock nicht
Auch am Tag nach der Barclays-Abstufung gibt die Siemens Energy-Aktie weiter nach, obwohl JPMorgan an seiner Einstufung festhält.
Werte in diesem Artikel
- Barclays stufte die Siemens Energy-Aktie am Dienstag auf "Underweight" ab
- JPMorgan bestätigte "Overweight", die Aktie gibt trotzdem weiter nach
- Windkraftauktionen bis Ende 2026 gelten als nächster wichtiger Testpunkt
Die Siemens Energy-Aktie gibt auch am Mittwoch moderat nach. Weder die bestätigte Einstufung "Overweight" von JPMorgan noch der Verweis auf die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes reichen den Anlegern, um den Verkaufsdruck aus dem Vortag zu drehen. Das Papier notiert via XETRA zeitweise 1,80 Prozent tiefer bei 152,50 Euro und setzt die Talfahrt seit der gestrigen Abstufung durch Barclays fort, wenn auch deutlich gebremst gegenüber dem Vortag.
Barclays hatte den Ausverkauf ausgelöst
Barclays hatte die Aktie am Dienstag von "Equal Weight" auf "Underweight" abgestuft, das Kursziel aber von 110 auf 130 Euro angehoben. Die Aktie sackte daraufhin um rund neun Prozent auf 155,30 Euro ab. Hintergrund der Herabstufung ist aus Sicht von Barclays eine Bewertung nahe einem Zyklushoch im Gasturbinengeschäft, während gleichzeitig ein höheres Kursziel signalisiert, dass die Geschäftsentwicklung selbst nicht infrage steht.
JPMorgan bleibt zuversichtlich, der Markt bleibt vorsichtig
JPMorgan-Analyst Akash Gupta sieht die Lage optimistischer. Die ab 2027 greifende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gewinnt aus seiner Sicht für Unternehmen aus den Bereichen Windkraft, Hochleistungskabel und Energienetze an Bedeutung. In den verbleibenden Windkraftauktionen bis Ende 2026 erwartet Gupta einen härteren Wettbewerb, weil sich Anbieter noch die bekannten Konditionen sichern wollen, bevor die Unsicherheit des neuen Gesetzes greift. Die fortgesetzten Kursverluste zeigen jedoch, dass diese Einschätzung bei Anlegern bislang nicht verfängt.
Bewertung bleibt der Streitpunkt
Der Dissens zwischen den beiden Häusern zeigt sich vor allem in der Bewertung. Auf bereinigter Basis handelt Siemens Energy laut Barclays mit einem Abschlag von 20 bis 35 Prozent gegenüber dem US-Wettbewerber GE Vernova, gemessen an der freien Cashflow-Rendite und dem Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA. Dieser Abschlag falle geringer aus, als ein reiner Bewertungsvergleich nahelegen würde, was aus Sicht von Barclays zumindest einen Teil des aktuellen Kursniveaus rechtfertigt.
Was Anleger jetzt beachten sollten
Drei Punkte dürften die Aktie in den kommenden Wochen bewegen: der Fortgang der Windkraftauktionen bis Ende 2026, weitere Wortmeldungen von Analysten zur Bewertung und mögliche neue Details zum Zeitplan der EEG-Reform. Solange sich Analysten bei der Einschätzung des Bewertungsniveaus uneinig sind, dürfte die Aktie anfällig für weitere Ausschläge in beide Richtungen bleiben.
Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 14:06 | Siemens Energy Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 08.07.26 | Siemens Energy Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 07.07.26 | Siemens Energy Underweight | Barclays Capital | |
| 03.07.26 | Siemens Energy Outperform | RBC Capital Markets | |
| 30.06.26 | Siemens Energy Outperform | Bernstein Research |
