PayPal-Aktie unter Druck: Nach Deal-Rückzug kürzen Analysten reihenweise die Kursziele
Nach dem Rückzug von Advent und Stripe von ihren Übernahmeplänen ziehen mehrere Analysehäuser die Reißleine bei ihren Kurszielen für die PayPal-Aktie.
Werte in diesem Artikel
- Übernahmegerüchte verpuffen und lassen Analysten neu rechnen
- Truist und Clear Street ziehen an einem Tag nach unten nach
- Bewertungslücke zum Wettbewerb bleibt trotz Kürzungen bestehen
PayPal steht nach dem Rückzug von Advent International und Stripe von ihren Übernahmeplänen unter verstärkter Beobachtung der Analysten. Truist Financial und Clear Street senken ihre Kursziele deutlich und verweisen dabei auf den Wegfall der Übernahmeoption sowie anhaltende Fragen zum laufenden Konzernumbau. Im NASDAQ-Handel reagiert die PayPal-Aktie zeitweise mit Abgaben von 1,00 Prozent auf 53,13 US-Dollar.
Was hinter dem Rückzug von Advent und Stripe steckt
Advent International und der Zahlungsdienstleister Stripe verfolgen ihre Übernahmepläne für PayPal nicht mehr weiter, wie vergangenen Freitag bekannt wurde. Zuvor hatten Advent und Stripe PayPal ein Angebot von 60,50 US-Dollar je Aktie beziehungsweise rund 53 Milliarden US-Dollar unterbreitet. PayPals Verwaltungsrat hatte den Vorstoß als unzureichend bewertet. Daraufhin geriet die Aktie mächtig unter Druck und verlor zeitweise bis zu 13 Prozent, ehe sie mit einem Minus von 12,71 Prozent bei 53,66 US-Dollar ins Wochenende ging.
Analysten senken Kursziele für die PayPal-Aktie
Truist Financial senkte das Kursziel für PayPal von 62 auf 53 US-Dollar und beließ das Rating bei "Hold", wie Analyst Matthew Coad in einer Research Note mitteilte. Der Rückzug könnte demnach eine Verhandlungstaktik sein, um den Kaufpreis zu drücken; zugleich hinterfrage das Haus die strategische Logik einer Stripe-Übernahme von PayPal. Clear Street kürzte das Kursziel von 61 auf 55 US-Dollar, ebenfalls bei einem "Hold"-Rating. Analyst Owen Lau verwies darauf, dass die Aktie trotz des Kurseinbruchs von rund 13 Prozent weiterhin über dem Niveau von etwa 47 US-Dollar liege, auf dem sie stand, als die Übernahmegespräche im Juli dieses Jahres erstmals bekannt wurden. Clear Street wende nun ein niedrigeres Bewertungsmultiple an, um den Wegfall der Übernahmeoption und anhaltende Ausführungsrisiken beim Turnaround widerzuspiegeln.
Bereits am Freitag hatte Loop Capital Markets das Kursziel von 62 auf 50 US-Dollar gesenkt, während Piper Sandler es Mitte August auf 59 US-Dollar angehoben hatte. Der Analystenkonsens aus 29 Häusern liegt laut TipRanks bei Neutral mit vier "Buy"-, 23 "Hold"- und zwei "Sell"-Einstufungen, das mittlere Kursziel beträgt 58,13 US-Dollar bei einer Spanne von 45 bis 70 US-Dollar.
Ist eine Übernahme damit vom Tisch?
Endgültig vom Tisch dürfte das Thema Übernahme damit noch nicht sein. Wie Truist-Analyst Coad bereits andeutete, könnte der Rückzug lediglich eine Verhandlungstaktik sein, um den Preis zu drücken - ein erneuter, niedrigerer Vorstoß wäre demnach nicht ausgeschlossen. Auch der Umstand, dass die Aktie trotz des Kurseinbruchs weiterhin über dem Niveau von vor Bekanntwerden der ersten Gespräche notiert, könnte für Interessenten wie Advent und Stripe attraktiv bleiben. Ob sich Advent und Stripe also zu einem späteren Zeitpunkt erneut an PayPal heranwagen, bleibt damit offen.
Benedict Kurschat, Julia Walter, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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