EDF warnt vor Milliarden-Belastungen - Aktie gibt ab
Technische Probleme und ein staatlicher Preisdeckel belasten den französischen Energiekonzern EDF 2022 deutlich stärker als erwartet.
Die staatlichen Eingriffe werden das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) voraussichtlich in Höhe von 10,2 Milliarden Euro eintrüben, wie EDF (Electricité de France) am Montag in Paris mitteilte. Bisher war der Konzern von 8,4 Milliarden Euro ausgegangen. Die EDF-Aktie sank kurz nach Handelsbeginn um bis zu dreieinhalb Prozent, konnte die Verluste aber schnell reduzieren. Zuletzt lag das Papier in Paris noch 2,11 Prozent im Minus bei 8,544 Euro.
Am Freitag hatte die französische Regierung einen Preismechanismus erlassen, der andere Versorger zusätzlich mit günstigem Strom von EDF versorgen soll. So soll der Strompreis für Verbraucher und Unternehmen gedrückt werden. EDF befindet sich mehrheitlich in Staatshand.
Zusätzlich zu den Preisen plagen den Energiekonzern derzeit auch Sorgen in der Produktion. In mehreren Kernkraftwerken seien Wartungsarbeiten notwendig, die das operative Ergebnis unter anderem wegen einer geringeren Produktion voraussichtlich um 16 Milliarden Euro belasten werden. Zuvor war der Konzern von einer Belastung in Höhe von elf Milliarden Euro ausgegangen. Die Wartungsarbeiten drücken die Stromproduktion voraussichtlich auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten.
Zwar halte der Konzern an seiner Prognose fest, dass die Schulden im kommenden Jahr bei maximal circa dem Dreifachen des operativen Ergebnisses liegen sollen. Allerdings werde das Ausmaß und die Vielzahl der derzeitigen Risiken "die Fähigkeit der Gruppe, diese Ziele zu erreichen, vermutlich beeinflussen", hieß es in der Mitteilung.
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PARIS (dpa-AFX)
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