Zoom-Aktie tiefrot: Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen - doch die Prognose bremst
Zoom übertrifft im zweiten Quartal Umsatz- und Gewinnschätzungen deutlich, doch die Prognose für das dritte Quartal enttäuscht Anleger.
Werte in diesem Artikel
- Zooms Enterprise-Geschäft wächst so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr
- Jahresprognose steigt, doch der Blick aufs nächste Quartal trübt die Stimmung
- Wettbewerb zwingt zu KI-Offensive
Zoom Communications hat für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 Umsatz und Gewinn über den Analystenschätzungen ausgewiesen und die Jahresprognose angehoben. Der Ausblick für das laufende dritte Quartal fiel jedoch schwächer aus als von Analysten erwartet.
Enterprise-Geschäft treibt Zoom-Zahlen
Zoom Communications, bekannt für seine Videokonferenz- und Kollaborationssoftware, meldete am Dienstagabend für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Gesamtumsatz von 1,28 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit übertraf das Unternehmen sowohl die Analystenschätzung von 1,27 Milliarden US-Dollar als auch die eigene, im Mai kommunizierte Zielspanne von 1,265 bis 1,27 Milliarden US-Dollar. Besonders das Enterprise-Segment legte zu: Es wuchs um 7,8 Prozent auf 787,5 Millionen US-Dollar, nach Angaben von Firmenchef Eric S. Yuan sei dies die stärkste Wachstumsrate dieses Bereichs seit drei Jahren.
Auch bei der Profitabilität übertraf Zoom die Erwartungen. Die GAAP-Betriebsmarge lag bei 24,6 Prozent, die Non-GAAP-Betriebsmarge bei 40,0 Prozent. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie erreichte 1,55 US-Dollar und lag damit über der Analystenschätzung von 1,48 US-Dollar. Die Zahl der Kunden mit mehr als 100.000 US-Dollar Jahresumsatz stieg um 8,2 Prozent auf 4.625, während die Nettoexpansionsrate bei Enterprise-Kunden auf Zwölfmonatsbasis von 98 auf 99 Prozent kletterte. Im Quartal kaufte Zoom rund 3,7 Millionen eigene Aktien zurück, womit sich der Gesamtbestand im laufenden Rückkaufprogramm auf 44,2 Millionen Aktien summierte.
Zoom-Aktie fällt trotz angehobener Jahresprognose
Trotz der soliden Quartalszahlen reagiert die Zoom-Aktie im NASDAQ-Handel mit einem kräftigen Rückgang von zeitweise 7,39 Prozent auf 93,46 US-Dollar. Auslöser war der Ausblick für das dritte Quartal: Zoom stellt einen Umsatz zwischen 1,275 und 1,28 Milliarden US-Dollar sowie ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie zwischen 1,46 und 1,48 US-Dollar in Aussicht, beides unterhalb der Analystenschätzungen von 1,28 Milliarden US-Dollar Umsatz beziehungsweise 1,50 US-Dollar Gewinn je Aktie.
Für das Gesamtjahr zeigte sich das Unternehmen dagegen zuversichtlicher und hob die Prognose an: Der Umsatz soll nun zwischen 5,085 und 5,095 Milliarden US-Dollar liegen, das Non-GAAP-Betriebsergebnis zwischen 2,065 und 2,075 Milliarden US-Dollar, der Non-GAAP-Gewinn je Aktie zwischen 6,08 und 6,12 US-Dollar sowie der freie Cashflow zwischen 1,78 und 1,82 Milliarden US-Dollar. Der GAAP-Nettogewinn sprang auf 1,54 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 5,15 US-Dollar je Aktie, nach 358,6 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Zoom begründete den Sprung mit Gewinnen aus strategischen Beteiligungen in Höhe von 1,61 Milliarden US-Dollar im Quartal, ein Effekt außerhalb des operativen Geschäfts.
Wettbewerbsdruck und KI-Strategie
Laut Reuters begegne Zoom dem scharfen Wettbewerb mit dem Ausbau von KI-Funktionen, etwa dem AI Companion und einem KI-gestützten Empfangsassistenten. Zoom selbst positioniert sich mittlerweile nicht mehr allein als Videokonferenz-Anbieter, sondern als Anbieter eines KI-gestützten Portfolios aus Meetings, Telefonie und Contact-Center-Lösungen. Zu den Zukäufen der vergangenen Jahre zählen Common Room und BrightHire, ergänzt um neue Produkte wie ZoomMate, My Notes, die AI Productivity Suite und den ZVA Receptionist.
Bettina Schneider, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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