BDI: Brauchen wegen Ausstieg aus russischer Energie globale Kooperation
BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Industrie unterstützt das Ziel der Europäischen Kommission, schnellstmöglich aus russischen fossilen Brennstoffen auszusteigen und fordert mehr globale Kooperationen im Energiebereich. "Eine neue Realität braucht neue Lösungen", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Holger Lösch.
Es sei richtig, dass der vorgestellte EU-Plan "REPowerEU" auf eine beschleunigte Diversifizierung und mehr erneuerbare Gase, insbesondere Wasserstoff, setze. Dringend notwendig seien mehr Elektrolysekapazitäten und grenzüberschreitende Wasserstoffinfrastrukturen. "Die EU sollte in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft Normen für die Wasserstoffproduktion festlegen und globale Energiepartnerschaften schließen. Pragmatismus und flexible Grünstromkriterien sind zentral für den Wasserstoffmarkthochlauf", sagte Lösch.
Der BDI warnte aber davor, mit der geplanten Dekarbonisierung Europas eine Deindustrialisierung der Region zu riskieren. Der Umweltausschuss im Europäischen Parlament werfe mit seiner Entscheidung zum Grenzausgleichsmechanismus und Emissionshandelssystem zentrale Bausteine des Fit-for-55-Pakets zur europäischen Dekarbonisierung über Bord. Das Plenum des EU-Parlaments müsse daher dringend gegensteuern.
Die Unternehmen seien auf freie Zuteilungen von Emissionsrechten bis mindestens 2030 angewiesen. Die Aufweichung bewährter Carbon-Leakage-Schutzinstrumente zugunsten eines unerprobten und missbrauchsanfälligen CO2-Grenzzolls gefährde dringend notwendige Klimainvestitionen in Europa, warnte der BDI.
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May 18, 2022 08:25 ET (12:25 GMT)