BDI: Globale Mindeststeuersatz sollte sich an 15 Prozent orientieren
BERLIN (Dow Jones)--Vor dem Treffen der Finanzminister der 20 führenden Wirtschaftsnationen (G20) hat die deutsche Industrie gefordert, die Höhe des globalen Mindeststeuersatzes müsse sich an den von den USA vorgeschlagenen 15 Prozent orientieren. Insgesamt sei ein gemeinsames internationales Vorgehen bei der Einführung des globalen Mindeststeuersatzes nötig. Auch in Deutschland müsse als Folge die Unternehmenssteuern abgesenkt werden.
"Die Bundesregierung muss nun endlich die Niedrigbesteuerungsgrenze in der Hinzurechnungsbesteuerung senken. Ebenso muss die Steuerlast der Unternehmen von zurzeit mehr als 30 Prozent auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von maximal 25 Prozent fallen", forderte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BD), Joachim Lang.
Für einen faireren globalen Steuerwettbewerb brauche es dringend ein gemeinsames internationales Vorgehen. Unternehmen seien auf dauerhafte Rechtssicherheit und möglichst wenig Bürokratie angewiesen. Kritisch sieht er in diesem Zusammenhang jedoch die geplante Absenkung der Umsatzschwelle von 20 Milliarden Euro auf 10 Milliarden Euro sieben Jahre nach Einführung der Steuer. Diese sei kontraproduktiv für deutsche Unternehmen. "Dann wären deutlich mehr von ihnen betroffen", warnte Lang.
Von den G20-Staaten forderte der BDI zudem, die Finanzminister sollten sich bei ihrem Treffen am heutigen Freitag in Venedig klar gegen unilaterale und europäische Digitalsteuern aussprechen. "Zusätzliche Abgaben führen zu Wettbewerbsnachteilen und Handelskonflikten", warnte Lang.
Die Finanzminister der G20 wollen bei einem Treffen der Einführung einer globalen Mindeststeuer formal zustimmen. Zuvor hatten sich rund 130 Länder nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hinter das Vorhaben gestellt.
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July 09, 2021 03:42 ET (07:42 GMT)