Berlins Senatorin kritisiert Kürzung bei Unterhaltsvorschuss


BERLIN (dpa-AFX) - Berlins Familiensenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) stellt sich gegen die Sparpläne von Parteikollegin und Bundesfamilienministerin Karin Prien bei den Unterhaltsvorschüssen. "Kinder dürfen nicht die Leidtragenden sein, wenn ein Elternteil sich seiner Verantwortung entzieht", sagte sie dem "Tagesspiegel". "Deshalb sehe ich die Überlegung, den Unterhaltsvorschuss zukünftig nur noch bis zum 16. Lebensjahr zu zahlen, kritisch."

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Den Unterhaltsvorschuss übernimmt der Staat für Kinder von Alleinerziehenden, wenn ein Partner seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt. Prien plant, ihn nicht mehr bis zum 18. Geburtstag zu zahlen. Betroffen wären nach ihren Angaben etwa 80.000 Jugendliche. Bis 2017 wurde der Unterhaltsvorschuss lediglich bis zum 12. Lebensjahr gezahlt. Priens Vorhaben stößt auch beim Koalitionspartner SPD auf Kritik.

Zugleich befürwortet Günther-Wünsch, dass zahlungsunwillige Eltern stärker sanktioniert werden. "Überwiegend handelt es sich bei den säumigen Unterhaltszahlern um die Väter. Wenn bestehende Instrumente nicht ausreichen, müssen wir weitere wirksame Maßnahmen ergreifen", sagte sie der Zeitung. "Auch ersatzweise Haftstrafen sollten zukünftig schneller möglich sein." Berlin unterstütze auch den Vorschlag des Bundes, säumigen Elternteilen den Führerschein zu entziehen./ane/DP/men

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