BGA sieht Außenhandel auf dem richtigen Weg
Der Außenhandel ist laut BGA dank der wirtschaftlichen Erholung in China auf dem richtigen Weg. Grund zur Sorge geben dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) neben dem Brexit allerdings die europäischen Nachbarstaaten, mit denen der Handel im Vorjahresvergleich stark zurückgegangen ist.
"Zwar geht es erst langsam aufwärts, weil viele Länder noch mit den Folgen der Pandemie kämpfen, aber einige sind bereits weiter", erklärte BGA-Präsident Anton Börner. "Die schnelle wirtschaftliche Erholung Chinas erklärt, warum das Land im Januar sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen Deutschlands wichtigster Handelspartner war."
Zuvor hatte das Statistische Bundesamt (Destatis) gemeldet, dass die deutsche Wirtschaft ihre Ausfuhren im Januar trotz der Corona-Krise gesteigert hat. Die Exporteure verkauften kalender- und saisonbereinigt 1,4 Prozent mehr im Ausland als im Vormonat. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten dagegen ein Minus von 1,8 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Exporte um 8,0 Prozent niedriger.
Im Januar stiegen die Exporte in die Volksrepublik China um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Besorgt zeigte sich der BGA allerdings wegen der schwachen Nachfrage aus der Europäischen Union. Der starke Rückgang im Handel mit den europäischen Nachbarn sei ein "klares Zeichen" dafür, dass die EU im Kampf gegen die Corona-Krise mehr hätte tun können und müssen. "Damit wurde eine wichtige Chance vertan, als globaler Player wahrgenommen zu werden und eine Blaupause für andere Weltregionen zu bieten", kritisierte Börner.
Auch die durch den Brexit ausgelösten chaotischen Handelsbeziehungen mit Großbritannien beunruhigen den Verband. Nach Angaben von Destatis brachen die Exporte in das Vereinigte Königreich im Januar im Vorjahresmonatsvergleich um 29,0 Prozent ein. Der Brexit habe zu einem massiven Einbruch der Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich geführt, so der BGA.
"Auch die jüngste einseitige Entscheidung Londons, auf bestimmte Zoll- und Warenkontrollen von Einfuhren aus Nordirland für weitere sechs Monate zu verzichten, ist da wenig hilfreich", warnte Börner. "Sollte dies zu einer Nicht-Ratifizierung des Handels- und Kooperationsabkommens durch das Parlament oder gar zu einem Rechtsstreit zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich führen, würde dies die Hängepartie nur verlängern."
Er mahnte, dass die Wirtschaft hier endlich Klarheit brauche, damit der bilaterale Handel nicht noch mehr leide.
BERLIN (Dow Jones)