Apogee-Aktie hebt ab: Milliarden-Übernahme durch AbbVie sorgt für Kurssprung
Die Apogee-Aktie schießt nach einer Übernahmeofferte in die Höhe: Der Pharmariese AbbVie will das Biotech-Unternehmen für eine zweistellige Milliardensumme kaufen.
Werte in diesem Artikel
• AbbVie übernimmt Apogee für 10,9 Milliarden US-Dollar
• Apogee-Aktie springt an
• Deal stärkt AbbVies Immunologie-Pipeline mit Hoffnungsträger Zumilokibart
Die Apogee Therapeutics-Aktie schießt nach einer milliardenschweren Übernahmeofferte in die Höhe: Der US-Pharmakonzern AbbVie will laut einer Pressemitteilung vom heutigen Montag das Biotechnologieunternehmen Apogee Therapeutics für 10,9 Milliarden US-Dollar übernehmen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist es die größte Akquisition von AbbVie seit mehr als fünf Jahren. Im NASDAQ-Handel sprang die Apogee-Aktie daraufhin letztlich um 46,66 Prozent nach oben auf 132,55 US-Dollar. Die AbbVie-Aktie gewann unterdessen an der NYSE 6,25 Prozent auf 228,96 US-Dollar.
Mit der Übernahme will AbbVie laut eigener Angaben seine Pipeline im Bereich Immunologie stärken und sich auf den wachsenden Wettbewerb sowie künftige Patentabläufe wichtiger Medikamente vorbereiten.
AbbVie setzt auf Hoffnungsträger Zumilokibart
Wie aus der Pressemitteilung beider Unternehmen hervorgeht erhält AbbVie durch die Übernahme Zugang zum wichtigsten Wirkstoffkandidaten von Apogee: Zumilokibart. Das experimentelle Medikament wird derzeit zur Behandlung verschiedener entzündlicher Erkrankungen entwickelt, darunter mittelschwere bis schwere atopische Dermatitis sowie Asthma.
Besonders interessant ist dabei die geplante Dosierung, wie Reuters berichtet. Während der Blockbuster Dupixent von Sanofi und Regeneron bei Neurodermitis üblicherweise alle zwei Wochen verabreicht wird, könnte Zumilokibart nach bisherigen Studienergebnissen lediglich alle drei oder sogar sechs Monate als subkutane Injektion erforderlich sein. Sollte sich dies in weiteren Studien bestätigen, könnte das Medikament Patienten eine deutlich komfortablere Therapie ermöglichen.
AbbVie bietet laut eigener Angaben 135,11 US-Dollar je Apogee-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von knapp 49,5 Prozent auf den letzten Schlusskurs von 90,39 US-Dollar.
Analyst sieht ideale Übernahme
Auch Analysten bewerten den Deal positiv. Brian Abrahams von RBC Capital Markets erklärte laut Reuters: "Wir glauben, dass der Deal sinnvoll ist und dass AbbVie der ideale Erwerber ist, um das Potenzial von Zumilokibart maximal auszuschöpfen."
Der Experte verwies zudem darauf, dass Apogee bereits seit Längerem als möglicher Übernahmekandidat gegolten habe, heißt es. Grund sei vor allem, dass Zumilokibart deutlich seltener verabreicht werden müsse als bestehende Therapien und gleichzeitig einen großen sowie weiter wachsenden Markt adressiere.
Milliarden-Offensive gegen auslaufende Patente
Für AbbVie ist die Übernahme Teil einer langfristigen Wachstumsstrategie. Laut Reuters versucht der Pharmakonzern seit mehreren Jahren, neue Umsatzquellen aufzubauen. Hintergrund sind der Verlust der Marktexklusivität des früheren Kassenschlagers Humira sowie die künftig anstehenden Patentabläufe der aktuellen Blockbuster Skyrizi und Rinvoq.
Bereits in den vergangenen Jahren hatte AbbVie mit milliardenschweren Zukäufen investiert - unter anderem in ImmunoGen und Cerevel Therapeutics. Das Immunologie-Geschäft des Konzerns erzielte 2025 nach Unternehmensangaben bereits mehr als 30 Milliarden US-Dollar Umsatz und wuchs gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent.
Der Abschluss der Übernahme wird laut Pressemitteilung für das dritte Quartal erwartet. AbbVie rechnet damit, dass sich die Transaktion ab 2032 positiv auf den bereinigten Gewinn je Aktie auswirken wird.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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