Amundi Global Health Care ETF: Drei Jahre abgeschlagen hinter dem Weltmarkt: Warum sich das Blatt 2026 womöglich zu wenden beginnt

Drei Jahre in Folge hat der Gesundheits-ETF eine positive Rendite erzielt, und trotzdem drei Jahre in Folge deutlich schlechter abgeschnitten als ein klassischer Welt-ETF. Wir erklären die Hintergründe.
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Das Wichtigste in Kürze:
- In jedem der vergangenen drei Kalenderjahre stand am Jahresende ein Plus, und trotzdem blieb der Fonds jedes Mal weit hinter einem klassischen Welt-ETF zurück, ein Muster mit einer klaren Erklärung.
- Fast siebzig Prozent des Fonds stecken in US-Unternehmen, die zugleich im Zentrum einer der größten politischen Debatten der vergangenen Jahre standen. Genau diese Debatte hat sich 2026 überraschend entspannt.
- Ein einzelner Wirkstoff-Markt könnte laut Schätzungen bis Ende des Jahrzehnts ein dreistelliges Milliardenvolumen erreichen. Davon profitiert ausgerechnet die größte Einzelposition dieses Fonds am stärksten.
Große Namen aus Pharma und Medizintechnik: Was der Amundi S&P Global Health Care ESG abbildet
Der Amundi S&P Global Health Care ESG UCITS ETF DR EUR (A) bildet den S&P Developed Ex-Korea LargeMidCap Sustainability Enhanced Health Care Index nach. Der Index bündelt große und mittelgroße Unternehmen aus dem Gesundheitssektor der Industrieländer, ohne Südkorea, und filtert die Auswahl zusätzlich nach ESG-Kriterien, schließt also Unternehmen mit besonders schwacher Umwelt-, Sozial- und Governance-Bewertung aus. Mit nur 83 Positionen ist der Fonds deutlich konzentrierter als ein breiter Welt-ETF, was für einen Themen-ETF auf einen einzelnen Sektor typisch ist. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig und thesauriert seine Erträge, legt Dividenden also automatisch wieder an. Die laufenden Kosten liegen bei 0,18 Prozent pro Jahr, ein im Vergleich zur breiten Konkurrenz im globalen Gesundheitssektor günstiger Wert. Der mit rund 3,3 Milliarden Euro deutlich größere Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF 1C etwa verlangt mit 0,25 Prozent pro Jahr spürbar mehr. Mit einem Fondsvolumen von rund 900 Millionen Euro zählt der Amundi-ETF zu den kleineren, aber etablierten Angeboten in diesem Marktsegment. Aufgelegt wurde er im September 2022, seither hat er mehr als drei Jahre Historie gesammelt, allerdings noch keinen vollständigen fünf Jahre umfassenden Marktzyklus durchlaufen.
Zwischen Zollandrohung und Zulassungsrekord: Die aktuelle Lage im globalen Gesundheitssektor
Der Fonds ist mit knapp 70 Prozent seines Vermögens klar auf die USA ausgerichtet, und genau dieser Markt stand in den vergangenen Jahren im Zentrum erheblicher politischer Unsicherheit. Die US-Regierung verhandelte im Rahmen des Inflation Reduction Act erstmals verbindliche Medicare-Preise für eine wachsende Zahl von Medikamenten, drohte zeitweise mit Einfuhrzöllen von bis zu 100 Prozent auf patentierte Arzneimittel und kürzte die Forschungsmittel der National Institutes of Health spürbar, was insbesondere kleinere Biotech-Unternehmen traf, die für ihre frühe Forschung auf solche Zuschüsse angewiesen sind. Im Jahresverlauf 2025 und Anfang 2026 hat sich ein Teil dieser Unsicherheit jedoch aufgelöst. Mehrere große Pharmakonzerne haben sich mit der US-Regierung auf niedrigere Preise für bestimmte Programme geeinigt, die angedrohten Zölle wurden bislang nicht in voller Höhe umgesetzt, und die US-Arzneimittelbehörde FDA hat trotz eines impfkritischen Gesundheitsministers weiterhin planmäßig Zulassungen erteilt. Diese Klärung hat sich in den vergangenen Wochen bereits in einer spürbaren Erholung des Sektors niedergeschlagen. Für die langfristige Perspektive sprechen mehrere strukturelle Trends: eine alternde Weltbevölkerung mit wachsendem Bedarf an chronischer Versorgung, eine zunehmende Zahl von Übernahmen großer Pharmakonzerne, die auslaufende Patente durch den Zukauf kleinerer Biotech-Firmen kompensieren müssen, sowie ein rasch wachsender Markt für Medikamente gegen Adipositas und Diabetes auf Basis von GLP-1-Wirkstoffen, der je nach Schätzung bis zum Ende des Jahrzehnts ein Volumen von 100 Milliarden US-Dollar oder mehr erreichen könnte. Diesen Chancen stehen reale Risiken gegenüber, die nicht verschwunden, sondern nur vorübergehend in den Hintergrund gerückt sind: Für 2027 und 2028 sind bereits weitere Runden der Medicare-Preisverhandlungen angesetzt, die Kürzung der NIH-Forschungsmittel bleibt Gegenstand politischer Auseinandersetzungen, und eine erneute Verschärfung der Zollpolitik ist angesichts der Unberechenbarkeit der derzeitigen US-Handelspolitik jederzeit möglich. Auch die hohe Abhängigkeit von einzelnen Blockbuster-Medikamenten und deren Patentschutz bleibt ein struktureller Risikofaktor für den gesamten Sektor.
Eli Lilly, AbbVie und AstraZeneca: Die größten Positionen im Fonds
Die zehn größten Positionen vereinen knapp 54 Prozent des Fondsvermögens, ein für einen Themen-ETF mit 83 Werten hoher, aber angesichts der engen Sektorabgrenzung nicht ungewöhnlicher Konzentrationsgrad. An der Spitze steht mit fast 12 Prozent Gewichtung Eli Lilly, das mit seinen Diabetes- und Adipositas-Medikamenten zu den größten Profiteuren des GLP-1-Booms zählt und zuletzt unter anderem eine europaweite Kampagne startete, die mithilfe generativer KI verblassende Erinnerungen älterer Menschen visuell rekonstruiert, um auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen. Auf Platz zwei folgt AbbVie mit rund 7,4 Prozent. Der auf Immunologie und Onkologie spezialisierte Konzern meldete zuletzt positive Phase-3-Daten für eine Kombinationstherapie gegen ein bestimmtes Lymphom sowie positive Empfehlungen der europäischen Zulassungsbehörde für ein bereits etabliertes Präparat in zwei weiteren Anwendungsgebieten, darunter eine Autoimmunerkrankung der Haut. An dritter Stelle steht AstraZeneca mit gut 5,4 Prozent. Der britisch-schwedische Konzern erhielt zuletzt die EU-Zulassung für ein Krebsmedikament als erste tumoragnostische, HER2-gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat-Therapie, die also unabhängig von der Krebsart bei entsprechend positivem Testergebnis eingesetzt werden kann. Die übrigen sieben Positionen der Top Ten verteilen sich auf weitere etablierte Namen aus Pharma, Diagnostik und Medizintechnik und unterstreichen die breite fachliche Aufstellung des Fonds innerhalb des Sektors.
USA vor Großbritannien und der Schweiz: Warum der Fonds den Welt-ETF zuletzt nicht schlagen konnte
Regional dominieren die USA mit rund 69 Prozent, mit deutlichem Abstand gefolgt von Großbritannien mit knapp 7 Prozent und der Schweiz mit gut 6 Prozent, ergänzt um kleinere Positionen in Japan, Irland und Frankreich. Bei der Rendite zeigt sich ein auffälliges Muster. In den drei bisher vollständigen Kalenderjahren 2023, 2024 und 2025 erzielte der Fonds jedes Mal ein Plus, blieb dabei aber jeweils deutlich hinter einem klassischen Welt-ETF wie dem iShares Core MSCI World zurück, der im gleichen Zeitraum teils zweistellige Jahresrenditen (bis zu 26,2 Prozent) verzeichnete. Der Hauptgrund dafür liegt weniger in einer Schwäche des Gesundheitssektors selbst als in der außergewöhnlichen Konzentration der Weltmarktrenditen auf eine Handvoll US-Technologiekonzerne, die von der Euphorie rund um künstliche Intelligenz getragen wurden und einen unverhältnismäßig großen Teil der Indexrenditen lieferten. Hinzu kam die bereits beschriebene politische Unsicherheit rund um Medikamentenpreise, Zölle und Forschungsförderung, die viele Investoren im Gesundheitssektor vorsichtig gemacht und die Bewertungen auf einige der niedrigsten Niveaus im Verhältnis zum Gesamtmarkt seit Jahren gedrückt hat. Ob sich dieses Muster fortsetzt, lässt sich natürlich nicht seriös vorhersagen, es gibt aber Anhaltspunkte in beide Richtungen: Historisch hat sich der Gesundheitssektor als defensiv erwiesen und in Marktphasen mit fallenden Technologiewerten oder allgemeiner Verunsicherung, wie zuletzt im Sommer 2026 im Zuge einer Rotation weg von Technologiewerten zu beobachten, tendenziell besser gehalten als der breite Markt. Die vergleichsweise niedrige Bewertung des Sektors könnte zudem mittelfristig Aufholpotenzial bieten, sollte sich die regulatorische Lage weiter stabilisieren. Gleichzeitig bleibt die strukturelle Dominanz weniger Technologiekonzerne an der Weltbörse ungebrochen, sodass eine dauerhafte Outperformance des Gesundheitssektors gegenüber einem breiten Welt-ETF keineswegs sicher ist. Beim Risiko liegt die Volatilität der vergangenen zwölf Monate bei rund 14 Prozent und über drei Jahre bei rund 13 Prozent, spürbar höher als bei vielen breiten Welt-ETFs. Der maximale Verlust lag über drei Jahre und seit Auflage bei rund 23 Prozent, ein Hinweis darauf, dass auch ein defensiv geltender Sektor empfindlich auf regulatorische Belastungen reagieren kann.
Für welche Anleger sich der Fonds als Beimischung eignet
Der Fonds eignet sich nicht als alleiniger Grundbaustein eines Portfolios, sondern allenfalls als gezielte Beimischung zu einem bereits breit gestreuten Basisinvestment, etwa einem globalen Aktien-ETF. Wer in diesen Fonds investiert, sollte dabei von einigen konkreten Annahmen überzeugt sein. Die Annahme, dass alternde Bevölkerungen und der Ausbau von GLP-1-basierten Therapien den strukturellen Bedarf an Gesundheitsleistungen und damit die Umsätze der Branche langfristig steigen lassen, gilt angesichts demografischer Daten und Marktprognosen als vergleichsweise gut abgesichert. Die Annahme, dass sich die politische und regulatorische Lage in den USA nicht erneut verschärft, ist dagegen deutlich unsicherer. Die für 2027 und 2028 bereits terminierten weiteren Runden der Medicare-Preisverhandlungen sowie die grundsätzliche Unberechenbarkeit der US-Handelspolitik zeigen, dass die zuletzt beobachtete Entspannung kein dauerhafter Zustand sein muss. Die Annahme schließlich, dass die aktuell niedrige Bewertung des Sektors im Vergleich zum breiten, technologielastigen Weltmarkt mittelfristig zu einer Aufholbewegung führt, ist plausibel, aber keineswegs gesichert, denn sie hängt davon ab, ob und wann sich das Anlegerinteresse von Technologiewerten weg und hin zu defensiveren Sektoren verschiebt. Anleger, die diese drei Annahmen überwiegend teilen und bereit sind, die im Vergleich zu einem breiten Welt-ETF höhere Konzentration auf einen einzelnen Sektor sowie die spürbar höhere Volatilität und die tieferen Drawdowns in Kauf zu nehmen, können den Fonds als eine von mehreren möglichen Sektorergänzungen prüfen. Ein langer Anlagehorizont, der auch mehrjährige Phasen der Underperformance gegenüber einem breiten Index aushält, ist dafür Voraussetzung.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf einen einzelnen Sektor kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds erhöhen.
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Analysen zu Eli Lilly
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| 04.02.2026 | Eli Lilly Buy | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 20.12.2024 | Eli Lilly Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 31.10.2024 | Eli Lilly Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 13.02.2024 | Eli Lilly and Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 05.10.2018 | Eli Lilly and Outperform | BMO Capital Markets |
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 04.02.2026 | Eli Lilly Buy | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 20.12.2024 | Eli Lilly Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 31.10.2024 | Eli Lilly Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 13.02.2024 | Eli Lilly and Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 05.10.2018 | Eli Lilly and Outperform | BMO Capital Markets |
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 25.07.2018 | Eli Lilly and Neutral | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 27.04.2017 | Eli Lilly and Hold | Argus Research Company | |
| 20.03.2017 | Eli Lilly and Neutral | UBS AG | |
| 22.07.2015 | Eli Lilly and Equal Weight | Barclays Capital | |
| 08.01.2015 | Eli Lilly and Hold | Deutsche Bank AG |
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 21.04.2017 | Eli Lilly and Underperform | BMO Capital Markets | |
| 15.10.2012 | Eli Lilly and underperform | Jefferies & Company Inc. | |
| 30.06.2010 | Eli Lilly Ersteinschätzung | Soleil Securities Group, Inc. | |
| 14.12.2009 | Eli Lilly sell | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 02.12.2009 | Eli Lilly sell | Goldman Sachs Group Inc. |
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