Bitkom: Mitarbeiterbeteiligung kommt in Startups nur langsam voran
BERLIN (Dow Jones)--In deutschen Startups kommt die Mitarbeiterbeteiligung nur langsam voran. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach beteiligt jedes zweite Startup Mitarbeiter am Unternehmen, ein leichter Anstieg zu den 44 Prozent im Vorjahr. Weitere 40 Prozent können sich eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Zukunft vorstellen, nur 7 Prozent schließen sie grundsätzlich aus. Bitkom-Präsident Achim Berg mahnte gesetzliche Änderungen an, um die Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland attraktiver zu machen.
"International ist es üblich, dass Startups im Wettbewerb um Talente eine Beteiligung am Unternehmen anbieten. In Deutschland ist das noch zu selten der Fall, weil die gesetzlichen Vorschriften nicht praxistauglich sind und Mitarbeiterbeteiligungen unattraktiv machen", sagte Berg. "In ihrer Startup-Strategie verspricht die Bundesregierung Nachbesserungen, und die sind auch dringend notwendig."
Nach aktueller Gesetzeslage werden in Deutschland Mitarbeiter mit Beteiligungen am Startup steuerlich zur Kasse gebeten, bevor sie ihre Beteiligungen überhaupt veräußert haben. Drei Viertel geben in der Umfrage unter rund 150 deutschen Tech-Startups an, es würde ihnen helfen, wenn die Politik Mitarbeiterbeteiligungen attraktiver gestaltete.
Am weitesten verbreitet sind laut Bitkom sogenannte virtuelle Beteiligungen, die 41 Prozent der Startups nutzen. Dies seien "'fiktive' schuldrechtliche Stellungen", bei denen die Auszahlung an den Eintritt von bestimmten Bedingungen wie zum Beispiel den Börsengang geknüpft ist. Nur 6 Prozent der Startups nutzen Anteilsoptionen, 3 Prozent setzen auf echte Anteile.
Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com
DJG/aat/uxd
(END) Dow Jones Newswires
August 26, 2022 05:20 ET (09:20 GMT)