Brexit: EU-Kommissar Breton zieht negative Bilanz für Großbritannien


LONDON/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Brexit hat Großbritannien aus Sicht der EU-Kommission geschwächt und international isoliert. EU-Kommissar Thierry Breton zog zum fünften Jahrestag des Votums der Briten für den EU-Austritt im "Guardian" am Mittwoch eine negative Bilanz. Die Brexit-Versprechen hätten sich nicht erfüllt. "Was wir sehen, ist so ziemlich das Gegenteil", sagte Breton der Zeitung.

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Die Wirtschaftsleistung in Großbritannien sei während der Pandemie 2020 stärker gefallen als in Deutschland, Frankreich und Italien. Trotz des erwarteten Aufschwungs dieses Jahr "wird die Unsicherheit rund um den Brexit langfristig eindeutige Auswirkungen auf das Vertrauen von Unternehmen und Investoren haben", sagte Breton.

Der Warenhandel zwischen Großbritannien und der EU habe einen "spektakulären Rückgang" erlebt. "Die britische Wirtschaft sagt, der Brexit sei derzeit ihre größte Herausforderung im Import und Export", sagte Breton. Die Abwanderung von gelernten und ungelernten Arbeitskräften aus Großbritannien habe stark zugenommen, und in vielen Branchen fehlten Arbeitskräfte.

Bei einer Volksabstimmung am 23. Juni 2016 hatte sich eine knappe Mehrheit der beteiligten Wähler in Großbritannien für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union ausgesprochen. Dieser wurde Ende Januar 2020 vollzogen. Zum Januar 2021 verließ Großbritannien nach einer Übergangsfrist auch den Binnenmarkt und die Zollunion.

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Premierminister Boris Johnson betonte am Mittwoch noch einmal die Chancen des Brexits. Man werde die Freiheiten nutzen, um Investitionen und Innovationen voranzubringen und Arbeitsplätze zu schaffen.

/vsr/DP/mis

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