Britische Energie-Strategie: London setzt auf Atomstrom und Windkraft


LONDON (dpa-AFX) - Die britische Regierung will sich durch einen massiven Ausbau von Atomreaktoren und Offshore-Windanlagen vom Import fossiler Energieträger verabschieden und dem Ziel der Klimaneutralität näher kommen. Das geht aus einem Strategiepapier der Regierung in London hervor, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Ziel ist, bis zum Ende des Jahrzehnts 95 Prozent des Energiebedarfs aus Quellen mit geringem Kohlendioxid-Ausstoß zu decken.

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Bis zum Jahr 2030 sollen demnach in Großbritannien acht neue Atomreaktoren genehmigt werden, darunter auch mehrere sogenannte Mini-Reaktoren. Sie sollen bis zur Mitte des Jahrhunderts mit einer Kapazität von 24 Gigawatt ein Viertel des britischen Strombedarfs decken.

Mehr noch erhofft sich die Regierung von Boris Johnson vom Ausbau der Offshore-Windanlagen vor Großbritanniens Küsten. Der Premier hatte bereits davon geschwärmt, sein Land solle ein "Saudi-Arabien der Windkraft" werden. Bis 2030, so der Plan, sollen bis zu 50 Gigawatt pro Jahr aus Offshore-Windkraftanlagen kommen.

Keine Erwähnung fanden in dem Papier Maßnahmen zur Energieeinsparung. Britische Häuser sind berüchtigt für ihre schlechte Wärmeisolierung, Doppelverglasung ist bei vielen älteren Gebäuden noch längst nicht der Standard. Das, obwohl Klimaaktivisten und Branchenexperten seit Langem Sturm laufen, um die Regierung zum Handeln zu bewegen. Auch das bei Boris Johnsons Tories heikle Thema Onshore-Windkraft wurde weitgehend ausgespart. Windräder an Land täten in den Augen weh, hatte Verkehrsminister Grant Shapps erst kürzlich geklagt.

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Um kurzfristig die massiv gestiegenen Energiepreise für Haushalte zu lindern, kündigte die Regierung auch an, Anträge für neue Projekte zur Öl- und Gasförderung in der Nordsee prüfen zu wollen. Doch auch das trifft auf Kritik bei Umweltschützern, die seit vergangener Woche beinahe täglich die Zufahrtsstraßen für Öl-Lager in England blockieren. Zudem wird bezweifelt, ob solche Projekte schnell genug realisiert werden können, um für Verbraucher einen Unterschied zu machen.

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