Bruttolöhne in Deutschland erstmals seit Wiedervereinigung rückläufig
BERLIN (Dow Jones)--Die Bruttolöhne der Arbeitnehmer in Deutschland sind im vergangenen Jahr erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung gesunken, während die Renten stiegen. Nominal gingen die Durchschnittsverdienste um 0,1 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt unter Verweis auf Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen mitteilte. Preisbereinigt lag der Rückgang sogar bei 0,6 Prozent und fiel damit noch stärker aus als im Krisenjahr 2009 mit 0,2 Prozent.
Als Grund nannten die Statistiker den coronabedingten massiven Anstieg der Kurzarbeit sowie den starken Rückgang der Zahl der geringfügig Beschäftigten. Deutliche Gehaltskürzungen mussten etwa die Beschäftigten in der Luftfahrt, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern, im Gastgewerbe sowie im Handel hinnehmen. Zugleich stiegen die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent.
Dagegen stiegen die Renten in Westdeutschland preisbereinigt um rund 3 Prozent und in Ostdeutschland um 3,7 Prozent. Aufgrund der gesetzlich verankerten Rentengarantie ist eine Minderung der Renten ausgeschlossen, auch wenn diese sich aus der Rentenformel ergeben sollte. Zwischen 2010 und 2020 stieg der aktuelle Rentenwert im Westen um 25,7 Prozent und im Osten Deutschlands um 37,7 Prozent.
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April 08, 2021 03:26 ET (07:26 GMT)