Bullishe Einschätzung

Microsoft-Aktie dennoch tiefer: BofA-Experte nach starkem Quartal weiter optimistisch - Kursziel kräftig angehoben


Microsoft-Aktie dennoch tiefer: BofA-Experte nach starkem Quartal weiter optimistisch - Kursziel kräftig angehoben

Ein BofA-Analyst traut der Microsoft-Aktie nach starkem Azure-Wachstum und Copilot-Erfolgen ein deutlich höheres Kursziel zu.

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  • BofA-Analyst Tal Liani hebt Kursziel für Microsoft auf 600 US-Dollar an
  • Cloudgeschäft als Wachstumstreiber
  • Analystenkonsens durchweg positiv
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Die Microsoft-Aktie bekommt von der Bank of America neuen Rückenwind. Analyst Tal Liani hebt sein Kursziel von 500 auf 600 US-Dollar an und bestätigt seine Kaufempfehlung. Damit traut er dem Papier ein Potenzial von rund 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau zu. Die Begründung: Microsofts KI-Strategie entwickle sich zunehmend zu einem vollständigen Ökosystem aus eigener Infrastruktur, eigenen Modellen und externen Anbietern, das beeindruckende Skaleneffekte liefere, wie MarketWatch berichtet.

Azure und Copilot treiben das Wachstum

Den Kern der neuen Kaufthese bildet das Cloudgeschäft. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni dieses Jahres endete, wuchs der Umsatz der Cloudsparte Azure um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das laufende Quartal stellt das Management ein Wachstum von 45 Prozent in Aussicht, eine Prognose, die über den Erwartungen der Wall Street liegt. Auch das KI-Assistenzsystem Copilot liefert Rückenwind: Die Zahl der zahlenden Nutzer überschritt die Marke von 30 Millionen, während es im Quartalsvergleich doppelt so viele Neukunden gibt.

Effizientere KI-Architektur als weiterer Trumpf

Laut MarketWatch sieht Liani den entscheidenden Vorteil nicht in einem einzelnen Spitzenmodell, sondern in der Fähigkeit, Anfragen intelligent zwischen eigenen und externen KI-Systemen zu verteilen. Aufwendige Aufgaben gehen an die teuersten Modelle, einfache Anfragen übernehmen günstigere Varianten wie MAI-Code-1-Flash, das bei gängigen Excel-Aufgaben ähnliche Ergebnisse liefere wie GPT-5.6, allerdings zu niedrigeren Kosten. "Nicht jeder Workload braucht ein komplexes, teures Spitzenmodell", schreibt Liani laut MarketWatch, was Leistung optimiere und den Tokenverbrauch senke. Der Wert von Copilot hänge zudem nicht allein von Anthropic, OpenAI oder einem anderen Modellanbieter ab.

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Hinzu kommen Fortschritte bei der eigenen Hardware. Die firmeneigenen Chips der Maia-200-Reihe arbeiten laut Liani bis zu 40 Prozent günstiger als vergleichbare Hardware von NVIDIA, während sich die Kapazität für Copilot-Workloads seit Jahresbeginn vervierfacht hat. Die Kombination aus mehr Rechenleistung und höherer Effizienz stimmt den Analysten zuversichtlich: Er erwartet, dass Azure im Geschäftsjahr 2027 um 41,8 Prozent zulegt, nach 39,9 Prozent im laufenden Geschäftsjahr.

Microsoft-Aktie: Kursziel liegt über dem Marktkonsens

Mit dem neuen Kursziel positioniert sich Bank of America spürbar über dem breiten Marktkonsens. Via TipRanks sehen 33 Wall-Street-Analysten im Schnitt ein Kursziel von rund 568 US-Dollar bei einer "Strong Buy"-Konsenseinstufung. Lianis Ziel liegt damit gut fünf Prozent über diesem Durchschnittswert und reiht sich am oberen Rand der Bandbreite ein, ohne ein alleiniger Ausreißer zu sein, denn schon der breite Konsens bewertet die Aktie klar optimistisch.

Trotz der positiven Analysteneinschätzungen ging es für das Papier zur Wochenmitte im NADSAQ-Handel um 0,84 Prozent auf 496,82 US-Dollar nach unten.

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Was das für Anleger bedeutet

Für Anleger bestätigt die Kurszielanhebung vor allem eines: Der Markt traut Microsoft zu, das Momentum aus dem vierten Quartal in die kommenden Monate zu tragen. Ob die von Liani unterstellte Wachstumsbeschleunigung bei Azure tatsächlich eintritt, dürfte sich erstmals mit den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 Ende Oktober dieses Jahres zeigen. Bis dahin bleibt die von Liani ausgerufene Wachstumsmarke von 45 Prozent bei Azure der zentrale Prüfstein für die These vom vollwertigen KI-Ökosystem.

Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Evelyn Schmal, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Volodymyr Kyrylyuk / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com

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