Bundesbank: Ausgeprägte Rezession in Deutschland nicht zu verhindern


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Abwehrmaßnahmen des Staats gegen die Ausbreitung des Coronavirus und Rückwirkungen aus der Weltwirtschaft werden die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank in eine "ausgeprägte Rezession" stürzen. Wie aus dem aktuellen Monatsbericht hervorgeht, ist die Bundesbank aber relativ zuversichtlich, dass der Abschwung zeitlich beschränkt bleiben wird, auch wegen der staatlichen Stützungsmaßnahmen.

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"Voraussichtlich werden die Auswirkungen der Pandemie die Wirtschaftsleistung mindestens in der ersten Jahreshälfte massiv beeinträchtigen", schreibt die Bundesbank. Die Aktivität dürfte in vielen Sektoren erheblich zurückgehen, mit der Folge einer wohl empfindlichen gesamtwirtschaftlichen Unterauslastung.

Beeinträchtigt wird die Wirtschaft laut Bundesbank über verschiedene Kanäle. Massiv negative Auswirkungen dürfte die vorübergehende Schließung ganzer Dienstleistungsbereiche haben, angefangen beim Gastgewerbe über den Messebetrieb bis zur Luftfahrt. Hinzu kommen außenwirtschaftliche Wirkungen: Deutsche Güter werden weniger nachgefragt, zugleich stocken Zulieferungen aus dem Ausland.

Alle diese aufgeführten Beeinträchtigungen können negative Vertrauens- und Zweitrundeneffekte im Inland auslösen, denen jedoch - und das ist die positive Botschaft der Bundesbank - das ausgebaute Sozialsystem in Deutschland, vom Eurosystem beschlossene geldpolitische Stützungsmaßnahmen und die von der Bundesregierung ergriffenen verschiedenen Maßnahmen entgegenstehen.

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"Das von der Bundesregierung kurzfristig ausgeweitete Kurzarbeitergeld stützt die verfügbaren Einkommen von Beschäftigten, auch Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz könnten hier stabilisierend wirken", schreibt die Bundesbank. Umfangreiche Kreditgarantien und Steuerstundungen würden helfen, die Zahlungsfähigkeit betroffener Unternehmen zu sichern. Zudem schüfen die Maßnahmen Vertrauen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Krise für die Gesellschaft, die Gesamtwirtschaft und jeden Einzelnen beherrscht werden könnten. Darüber hinaus habe die Bundesregierung weitere konjunkturstimulierende Maßnahmen für den Fall angekündigt, dass sich die Konjunkturschwäche zu verfestigen drohe.

Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 15. Mai. Diese Zahlen dürften allerdings noch den relativ robusten Jahresstart der deutschen Wirtschaft widerspiegeln, auf den Bundesbank in ihrem Bericht ebenfalls hinweist.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

March 23, 2020 07:00 ET (11:00 GMT)

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