Bundesnetzagentur startet Zugangsregulierung von LNG-Anlagen
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesnetzagentur hat ein Festlegungsverfahren zur Ausgestaltung der Zugangsregulierung von LNG-Anlagen eingeleitet und führt nun eine Konsultation durch. Die Festlegung soll Rechte und Pflichten der Betreiber von LNG-Anlagen umfassen, die für einen wettbewerblichen Zugang zu dieser Infrastruktur und zum deutschen und europäischen Gasmarkt erforderlich sind, wie die Behörde mitteilte.
Teil der Festlegung sollen auch Bedingungen für die Kapazitätsvergabe und das Kapazitätsmanagement sein. Vorgesehen sind Regelungen zur langfristigen und kurzfristigen Vergabe von Terminalkapazitäten. Für eine kurzfristige Vergabe von Kapazitäten soll insbesondere eine Reservierungsquote in Höhe von 10 Prozent der jährlichen Terminalkapazität festgelegt werden. Eine solche Regelung trägt dazu bei, neue einseitige Abhängigkeiten von einigen wenigen LNG-Importeuren oder Importländern zu verringern. Anderenfalls bliebe die Infrastruktur nur einzelnen LNG-Importeuren auf der Basis langfristiger Kapazitätsverträge zur exklusiven Nutzung vorbehalten.
Aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation sollen die Bezugsquellen der Gasversorgung in Deutschland schnell diversifiziert werden. Hierzu sollen LNG-Anlagen einen wesentlichen Beitrag leisten. Bislang existiert in Deutschland noch keine LNG-Infrastruktur, so dass es an einem an die Besonderheiten von LNG-Anlagen angepassten Regulierungsrahmen fehlt.
Um einen transparenten und diskriminierungsfreien Rechtsrahmen für die geplanten LNG-Anlagen in Deutschland zu gewährleisten, beabsichtigt die Bundesnetzagentur, eine Festlegung für den Zugang zu LNG-Anlagen zu erlassen. Das Festlegungsverfahren umfasst nicht die Festlegung von Entgelten.
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June 28, 2022 06:10 ET (10:10 GMT)