Bundesregierung weist Johnsons Unterstellung zur Ukraine zurück


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Die Bundesregierung hat Aussagen des früheren britischen Premierministers Boris Johnson widersprochen, nach denen die Bundesregierung vor Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eine schnelle Niederlage der Ukraine favorisiert habe. Dies sei kompletter Blödsinn, wie Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte.

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"Das ist 'utter nonsense', was Boris Johnson da geäußert hat. Wir wissen, dass der sehr unterhaltsame frühere Premier immer ein eigenes Verhältnis zur Wahrheit hat. Das ist auch in diesem Fall nicht anders", sagte Hebestreit auf der Regierungspressekonferenz.

Vielmehr habe der Bundeskanzler und diese Bundesregierung mit einer jahrzehntelangen Praxis gebrochen und Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete geliefert. Deutschland werde die Ukraine auch weiterhin unterstützen, denn Russland dürfe den Krieg nicht gewinnen. "Insofern sprechen die Fakten gegen diese Unterstellung, die ich da auch in diesem Interview vernommen habe", so Hebestreit.

Johnson hatte zuvor in einem Interview mit dem US-Fernsehsenders CNN über Deutschlands Haltung zur Ukraine gesagt: "Die deutsche Sichtweise war zu einem bestimmten Zeitpunkt: Wenn es passiert, was eine Katastrophe wäre, wäre es besser, wenn die ganze Sache schnell vorbei wäre und die Ukraine einknicken würde", sagte Johnson nach Angaben von CNN. Deutschland habe "alle möglichen vernünftigen wirtschaftlichen Gründe" für diesen Ansatz angeführt. Er selbst sei da anderer Ansicht gewesen.

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November 23, 2022 08:03 ET (13:03 GMT)

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