Chip-Rebound

Aktien von Samsung und SK hynix springen kräftig an - doch wie nachhaltig ist der Rebound?


Aktien von Samsung und SK hynix springen kräftig an - doch wie nachhaltig ist der Rebound?

Nach einem der schärfsten Kurseinbrüche des Jahres kaufen Anleger am Freitag Aktien von Samsung und SK hynix zurück, doch die eigentliche Bewährungsprobe steht erst noch bevor.

  • Ein Bericht über Metas Cloud-Pläne schickte Samsung und SK hynix am Donnerstag auf Talfahrt
  • Bereits am Freitag kaufen Anleger beide Aktien wieder kräftig
  • Analysten: Abverkauf war übertrieben
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Nach einem der schärfsten Einbrüche der jüngeren Handelsgeschichte an der Börse in Seoul drehen die Aktien von Samsung Electronics und SK hynix binnen eines Handelstages wieder ins Plus. Am Freitag gewann die Samsung-Aktie an der südkoreanischen Börse letztlich 8,22 Prozent auf 309.500 Won, Anteilsscheine von SK hynix kletterten daneben schlussendlich um noch stärkere 10,88 Prozent auf 2.425.000 Won.

Grund für den gestrigen Ausverkauf war ein Bericht über mögliche Pläne von Meta, eigene Rechenkapazitäten am Markt anzubieten. Dies hatte Zweifel an der Dauerhaftigkeit des KI-Speicherbooms geschürt und den KOSPI auf den tiefsten Stand seit mehreren Wochen gedrückt. Am Freitag scheint nun jedoch das Vertrauen der Anleger in die asiatischen Tech-Titel bereits wieder zurückgekehrt zu sein. Auch Schnäppchenjäger scheinen den Kursrutsch zum Einstieg genutzt zu haben.

Meta schürt Zweifel am KI-Boom

Die beiden Aktien hatten in den letzten Wochen die stärkste Rally ihrer Geschichte hinter sich: Getragen vom Boom bei KI-Speicherchips überholte SK hynix im Juni 2026 erstmals Samsung Electronics als wertvollstes Unternehmen an der Börse in Seoul, ein historischer Bruch nach einem Vierteljahrhundert Führung durch Samsung. Der gestrige Rücksetzer entzündete sich dann an einer Randnotiz: Berichten vom 2. Juli 2026 zufolge erwägt Meta, überschüssige eigene Rechenkapazitäten an andere Anbieter zu vermarkten, was Zweifel weckte, ob der KI-Investitionszyklus seinen Höhepunkt bereits hinter sich hat.

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Warum Analysten die Reaktion für übertrieben halten

Mehrere koreanische Broker widersprachen der pessimistischen Lesart jedoch noch am selben Tag. Kim Joong-han von Samsung Securities erklärte gegenüber der Korea Economic Daily, Rechenleistung bleibe branchenweit knapp, selbst Meta dürfte trotz der Meldung kaum über echte Überkapazitäten verfügen. Kollegin Cho A-in wertete die Kursschwankungen eher als Streit über die Interpretation derselben Nachricht denn als neues negatives Signal. Kim Young-gun von Mirae Asset Securities ging weiter und bezeichnete die Schwäche als Kaufgelegenheit bei Halbleiterwerten, nicht als Beweis für sinkende KI-Investitionen.

Die Bewertung als Sicherheitsnetz

Der Rückhalt der Optimisten liegt weniger in der Kursreaktion als in den Zahlen dahinter. Auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate wurde Samsung Electronics Anfang Juli 2026 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 6 gehandelt, SK hynix mit etwa 6,6, während der US-Konkurrent Micron auf rund 11 kommt. Passend dazu drehten im Juni 2026 auch die Kursziele nach oben: Daol Investment & Securities hob sein Ziel für Samsung Electronics im Juni 2026 auf 585.000 Won an, Hanwha Investment & Securities siedelte SK hynix im selben Monat bei 4,3 Millionen Won an, Nomura sogar bei bis zu 5 Millionen Won. Auch die globalen Investitionsbudgets sprechen für die Bullen: Mirae Asset schätzt die weltweiten Investitionsausgaben großer Technologiekonzerne in diesem Jahr auf 806 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit einem weiteren Anstieg von mehr als 20 Prozent im kommenden Jahr.

Der nächste Test kommt aus Suwon

So einhellig die Verteidigung der Bewertung klingt, sie bleibt vorerst eine Wette auf die Zukunft. Weder die tatsächliche Kapazitätsauslastung noch die Preisentwicklung bei hochbandbreitigem HBM-Speicher lassen sich aus einer einzelnen Nachrichtenmeldung ableiten. Der Rebound ist damit vor allem eine Wette darauf, dass die Interpretation der Optimisten und nicht die der Verkäufer vom Donnerstag zutrifft.

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Klarheit dürfte frühestens die Berichtssaison bringen. Samsung Electronics legt am 7. Juli 2026 vorläufige Eckdaten zum zweiten Quartal vor, der ausführliche Bericht folgt am 23. Juli 2026. SK hynix zieht am 29. Juli 2026 nach. Erst diese Zahlen zeigen, ob der Speicherzyklus die hohen Erwartungen trägt oder ob der Ausverkauf vom Donnerstag mehr war als ein Missverständnis über eine einzelne Meldung.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, Michael Vi / Shutterstock.com

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