Aktien von Infineon, AIXTRON & Co. geraten nach Verkaufswelle bei US-Chipwerten unter Druck
Ein Kursrutsch aus den USA und Asien erreicht am Donnerstag auch die deutsche Chipbranche, was das für Anleger bedeutet.
Werte in diesem Artikel
- Infineon, AIXTRON und weitere Chipwerte verlieren am Donnerstag deutlich
- Auslöser ist ein Ausverkauf bei US-Speicherchipwerten wie Micron
- Auch Samsung und SK hynix in Asien gerieten zuvor bereits unter Druck
Der Ausverkauf bei US-Speicherchipherstellern erfasst am Donnerstag im XETRA-Handel auch die deutsche Halbleiterbranche. Am Markt hieß es, die ambitionierten Pläne des Social-Media-Konzerns Meta verstärkten latent bestehende Sorgen vor einem Überangebot an Rechenkapazitäten. Dies belastete schon am Vorabend weiter die New Yorker NASDAQ-Börse und in der Folge auch den Handel an den technologielastigen Handelsplätzen in Asien. In Europa litten die einschlägigen KI-Profiteure.
Der Ausverkauf bei US-Speicherchipherstellern erfasst am Donnerstag im XETRA-Handel auch die deutsche Halbleiterbranche. Infineon verlor via XETRA letztlich 1,99 Prozent auf 76,35 Euro. Die Zulieferer und Ausrüster der Branche traf es deutlich: AIXTRON gab 9,88 Prozent auf 46,50 Euro nach, JENOPTIK 5,51 Prozent auf 42,90 Euro, SUSS MicroTec 8,57 Prozent auf 83,80 Euro, LPKF Laser 10,28 Prozent auf 19,20 Euro und PVA TePla 8,67 Prozent auf 39,40 Euro. Die Werte schlossen sich damit einer Verkaufswelle an, die Tags zuvor in den USA begann und über Asien nach Europa schwappte.
Kartellklage sorgt für Kursrutsch
So belastete unter anderem eine am 25. Juni bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereichte Kartellklage die US-Chipwerte: Samsung, SK hynix und Micron sollen sich demnach abgesprochen haben, um das Angebot an DRAM-Speicher künstlich zu verknappen. Auch Sandisk und weitere Hersteller von Speicherchips gerieten deutlich unter Druck. Parallel sorgte die Ankündigung von Meta, überschüssige Rechenzentrumskapazitäten über die neue Sparte Meta Compute an Dritte zu vermieten, für Verunsicherung bei Cloud-Anbietern wie CoreWeave und Nebius, die nun ein wachsendes Angebot an Rechenleistung befürchten.
Am Mittwoch hatte ein Bericht über Pläne für ein eigenes Cloud-Infrastrukturgeschäft zwar die Meta-Aktie mit 9 Prozent ins Plus befördert, anderswo aber die Angst vor überschüssiger KI-Rechenleistung ausgelöst. "Metas Markteintritt in das KI-Cloud-Geschäft schürt Sorgen über eine Veränderung der Nachfragesituation im Halbleitersektor", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an.
Jochen Stanzl von der Consorsbank betonte, es sei nur auf den ersten Blick eine positive Nachricht, wenn Meta einen Teil seiner Rechenzentren-Kapazitäten verkaufen will. "Auf den zweiten Blick ist das aber auch ein Eingeständnis, dass die Nachfrage nach den eigenen KI-Anwendungen nicht so groß ist, um damit die eigenen, schnell aufgebauten Rechenleistungen wirklich ausschöpfen zu können", merkte der Experte an.
Der Social-Media-Konzern würde mit dem Angebot eigener Kapazitäten wohl in Konkurrenz zu den bereits etablierten Tech-Riesen Amazon, Microsoft und der Google-Mutter Alphabet gehen. Den Spekulationen darüber zuträglich war auch ein Bericht, wonach das japanische Unternehmen SoftBank damit beginnen will, KI-Rechenkapazitäten an US-Unternehmen zu vermieten.
Mit den jüngsten Turbulenzen wird die Sorge größer, dass der Juli seinem Ruf als starker Börsenmonat zumindest im KI-Bereich nicht gerecht werden könnte. Der Gedanke drängt sich auf, dass die Rally des ersten Halbjahrs vielleicht zu weit gegangen ist. Der koreanische Kospi war in den vergangenen Monaten zum Sinnbild der KI-Chip-Euphorie geworden, indem er sich 2026 in der Spitze mehr als verdoppelt hatte. Auch dem US-Chipwerte-Index SOX war solch ein Kunststück gelungen.
Sog erreicht Asien
Der Ausverkauf griff am Donnerstag auch auf asiatische Speicherchip-Hersteller über: Die Aktien von Samsung Electronics und SK hynix brachen im frühen Handel deutlich ein und belasteten den südkoreanischen Leitindex KOSPI erneut, der inzwischen zur Hälfte von diesen beiden Werten getragen wird.
Benedict Kurschat, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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Bildquellen: SmartCaps, LPKF
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 03.07.26 | Infineon Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 02.07.26 | Infineon Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 02.07.26 | Infineon Neutral | UBS AG | |
| 02.07.26 | Infineon Buy | Deutsche Bank AG | |
| 29.06.26 | Infineon Outperform | Bernstein Research |
