Commerzbank: Chipmangel bremst deutsche Autoindustrie
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Commerzbank weist darauf hin, dass die saisonbereinigte Zahl der in Deutschland produzierten Pkw im Mai gegenüber dem Vormonat um fast 20 Prozent gefallen ist. Die Exporte verzeichneten demnach sogar ein Minus von 27 Prozent. "Offensichtlich bremsen fehlende Vorprodukte zunehmend die Produktion der deutschen Autoindustrie", schreibt Volkswirt Ralph Solveen in einem Kommentar.
Hieran dürfte sich nach seiner Einschätzung vorerst trotz einer weiterhin guten Nachfrage auch nichts ändern, sodass die Industrie kaum einen Beitrag zu der für das zweite und dritte Quartal erwarteten deutlichen Erholung der deutschen Wirtschaft leisten werde. "Ähnliches ist für andere Industriesektoren zu erwarten, bei denen es anscheinend ebenfalls Versorgungsprobleme bei Vorprodukten gibt", so Solveen. Deshalb dürfte die Industrie in den kommenden Monaten - trotz eines Booms bei den Aufträgen - ihre Produktion allenfalls langsam steigern, meint der Analyst.
"Dies widerspricht allerdings nicht unserer Erwartung eines kräftigen Aufschwungs im zweiten und dritten Quartal", fügt er hinzu. Denn dieser werde insbesondere von den Sektoren getragen werden, die in den vergangenen Monaten besonders unter den Corona-Restriktionen zu leiden hatten und deshalb nun von deren Lockerung am meisten profitierten.
Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/sha
(END) Dow Jones Newswires
June 04, 2021 04:35 ET (08:35 GMT)