Creditreform rechnet mit mehr Unternehmensinsolvenzen
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wird nach Aussage des Auskunfts- und Inkassodienstleisters Creditreform im Jahresverlauf zunehmen. "Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich durch den Krieg in Osteuropa, den angebotsseitigen Preisauftrieb und die beginnenden Zinswende deutlich verschlechtert, und die Wirtschaft wird kaum noch wachsen", heißt es im Bericht für das erste Halbjahr 2022. Das werde nicht ohne Folgen für die Insolvenzentwicklung bleiben. Für das erste Halbjahr meldet Creditreform 7.300 (Vorjahreszeitraum: 7.510) Unternehmensinsolvenzen. Höhere Insolvenzzahlen gab es laut Creditreform bei großen Unternehmen und Selbstständigen - auf letztere entfielen im ersten Halbjahr 10.700 Insolvenzanträge.
Einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen verzeichnete demnach das verarbeitendes Gewerbe (plus 14,9 Prozent) und das Baugewerbe (plus 19,4 Prozent). Von der Insolvenz des Arbeitgebers betroffen waren rund 68.000 Beschäftigte. Die Schäden für die Gläubiger von insolventen Unternehmen beliefen sich auf geschätzt 19,0 Milliarden Euro. Pro Insolvenzfall betrugen die ausfallbedrohten Forderungen damit durchschnittlich 2,6 Millionen Euro. "Dieser Wert ist etwas niedriger als im Vorjahreszeitraum, aber merklich höher als in früheren Jahren", so Creditreform.
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June 28, 2022 06:29 ET (10:29 GMT)