Steigende Renditen für US-Anleihen im Fokus: DAX schließt im Plus - 26.000er-Marke zurückerobert
Nachdem der DAX am Vortag die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke unterschritt, ließ sich am Freitag eine Gegenbewegung beobachten. Risiken bleiben aber bestehen.
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Der DAX eröffnete die Sitzung knapp im Plus und konnte seine Gewinne im Verlauf ausbauen. Dabei gelang es ihm, die 26.000-Punkte-Marke zurückzuerobern. Schließlich notierte er 0,59 Prozent höher bei 26.136,56 Punkten.
Belastet hatte in den vergangenen Tagen vor allem der Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten.
Experte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners erinnerte mit Blick auf die viertägige DAX-Verlustserie daran, dass es fünf negative Handelstage in Folge zuletzt im April gegeben habe. "Allerdings war das Handelsvolumen gestern das bislang zweitniedrigste in diesem Kalenderjahr. Es werden also weiterhin nur in geringem Stil Gewinne mitgenommen", relativierte er die jüngste Marktentwicklung.
DAX-Rekorde im Fokus
Seit der vergangenen Wochenmitte gab es keine neuen Höchststände mehr, es kam aber auch nicht zu nennenswerten Gewinnmitnahmen.
Am 12. August hatte der DAX zuletzt ein Allzeithoch auf Intraday-Basis verzeichnet, als er bis auf 26.573,60 Zähler stieg. Am Freitag darauf erreichte er zum Handelsende bei 26.440,31 Punkten zumindest eine neue Bestmarke auf Schlusskursbasis.
Vorgaben uneindeutig
Die internationalen Vorgaben gaben dem DAX keine klaren Impulse. Mit dem japanischen Nikkei 225 und dem südkoreanischen KOSPI entwickelten sich die wichtigsten der technologielastigen asiatischen Indizes in unterschiedliche Richtungen. In den USA hatte am Vortag vor allem der Leitindex Dow Jones Industrial klar nachgegeben und der technologielastige NASDAQ 100 nach dem europäischen Handelsende sein Kursniveau unter dem Strich etwa gehalten.
Volatile Anleihen sorgen von "geordneten Rückzug"
Auf breiter Front sorgten wieder etwas steigende Renditen der US-Anleihen für Vorsicht. Im Handel war von Zweifeln am Rückkaufplan des US-Finanzministeriums die Rede, der jüngst für Entspannung bei den Renditen gesorgt hatte. Das laufende Programm - lange Anleihen zurückzukaufen gegen die Ausgabe von kurzen - biete nur eine kurzfristige Lösung. Die Frage sei, ob damit das US-Haushaltsdefizit von über 6 Prozent des BIP und jährliche Zinskosten von rund 1,2 Billionen Dollar wesentlich verringert werden könne, hieß es bei Beobachtern.
Die Analysten der Commerzbank merkten außerdem an: "Die Kombination aus steigenden Ölpreisen und erneuter Skepsis hinsichtlich der Fähigkeit des Finanzministeriums, die langfristigen Kreditkosten zu begrenzen, belastet US-Staatsanleihen."
Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades konstatierte einen "geordneten Rückzug" der Anleger, denen die zunehmende Volatilität am Anleihemarkt zu schaffen mache. Damit rücke eine mit Spannung erwartete Auktion von 30-jährigen US-Staatsanleihen in den Fokus: "Bleibt die erhoffte Nachfrage der Investoren aus, dürfte dies den Stress im Bondmarkt weiter verschärfen und den Druck auf den DAX gnadenlos erhöhen", befürchtet der Experte.
Martina Köhler, Alexandra Hesse, Bettina Schneider, Martina Köhler, Julia Walter, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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