Ruhiger Wochenstart für den DAX: 25.000 Punkte bleiben entscheidend
Der DAX startet verhalten in die neue Börsenwoche. Nach der jüngsten Erholung rückt erneut die Marke von 25.000 Punkten in den Fokus - ebenso wie steigende Anleiherenditen und Ölpreise.
Werte in diesem Artikel
Der DAX begann die Montagssitzung 0,08 Prozent höher bei 25.251,39 Punkten. Anschließend pendelte er zwischen Gewinn- und Verlustzone. Aktuell zeigt sich das Börsenbarometer stabil.
Anleger zunächst im Wartemodus
Zum Auftakt der neuen Börsenwoche sind am deutschen Aktienmarkt keine großen Ausschläge zu sehen. Damit hält sich das Börsenbarometer über der runden Marke von 25.000 Zählern. Im Fokus bleibt diese Marke auch nach Einschätzung von Timo Emden, Chefmarktanalyst beim Online-Broker CapTrader. Je länger der deutsche Leitindex um diese Marke pendelt, desto wichtiger werde sie für die Anleger.
Ölpreis und Anleiherenditen belasten
Nach dem Rekordhoch von 26.618 Punkten Ende August waren die Aktienkurse in den vergangenen Wochen vor allem wegen der steigenden Ölpreise und deutlich gestiegener Anleiherenditen unter Druck geraten. Am Donnerstag fiel der deutsche Leitindex bis auf 24.831 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli. Am Freitag erholte sich der DAX etwas im Zuge eines schwächer als gedachten US-Arbeitsmarktberichtes, der Inflations- und Zinssorgen etwas milderte. Nach Einschätzung der Landesbank Helaba könnten die Daten die Erwartungen an steigende US-Leitzinsen etwas dämpfen.
Für weitere Unsicherheit sorgt die Entwicklung an den Anleihemärkten dies- und jenseits des Atlantiks. "Für Kopfzerbrechen dürfte weiterhin die Entwicklung der Anleihemärkte dies- und jenseits des Atlantiks sorgen", sagte Emden. Der Ölpreis und die Anleiherenditen seien derzeit die entscheidenden Faktoren für die Börsen.
Hohe US-Renditen werden zum Belastungsfaktor
Aktienstratege Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg sieht in steigenden Anleiherenditen allerdings nicht per se eine Belastung für Dividendenpapiere. Denn meistens spiegelten sie eine Konjunkturaufhellung und damit bessere Gewinnaussichten der Unternehmen wider. Der marktbreite US-Aktienindex S&P 500 habe in dieser Konstellation sogar häufig überdurchschnittlich zugelegt.
"Dies galt jedoch nur dann, wenn die Rendite zehnjähriger US-Treasuries unterhalb von 5 Prozent lag, was inzwischen nicht mehr der Fall ist", konkretisierte Streich. "Überstieg sie dieses Niveau, ging der US-Markt zwar nicht gleich zwingend in die Knie, entwickelte sich jedoch nur noch unterdurchschnittlich." In den vergangenen Tagen war die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen deutlich über die 5-Prozent-Marke geklettert, hatte sich zuletzt aber stabilisiert.
KI-Sektor bleibt Hoffnungsträger
Auch in Europa beschäftigt der Höhenflug der Anleiherenditen die Investoren, wie es im Wochenausblick der DZ Bank heißt. Dieser habe die großen Aktienindizes weltweit belastet, wobei sich der NASDAQ 100 als deutlich widerstandsfähiger gezeigt habe. Das technologielastige Börsenbarometer profitiert besonders deutlich vom Megathema Künstliche Intelligenz (KI). Dessen Boom hält Marktbeobachtern zufolge trotz temporärer Rückschläge an.
Anthropic könnte KI-Aktien neuen Schub geben
In den vergangenen Wochen hatten eigenständige Hacking-Attacken durch künstliche Intelligenz Sorgen wegen möglicher Risiken der Technologie geschürt. Ein baldiger Börsengang von Anthropic könnte allerdings wieder für positive Impulse sorgen.
Der Anbieter der KI-Software Claude wolle ab dem 9. November formell bei Investoren für die Aktien werben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg und berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen. Damit könnte der Handel mit den Anthropic-Aktien noch vor dem US-Feiertag Thanksgiving am 26. November beginnen. Der Konkurrent und ChatGPT-Entwickler OpenAI hatte Mitte September erklärt, dass sein Börsengang nicht mehr in diesem Jahr über die Bühne gehen werde.
Diese Unternehmen stehen in dieser Woche im Fokus
Für die neue Woche sieht die Unternehmensagenda noch übersichtlich aus. Am Dienstag könnte eine Anlegerveranstaltung von Marvell Technology den KI-Optimisten neues Futter liefern. Der Aktienkurs des Halbleiterentwicklers hat sich seit Jahresbeginn schon mehr als verdreifacht. Am Donnerstag legt der weltgrößte Halbleiter-Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Umsatzzahlen für die ersten neun Monate vor.
Auf den KI-Börsenzug wollen zunehmend auch Unternehmen aus traditionelleren Branchen aufspringen - wie etwa die Deutsche Telekom mit ihrem für Montag geplanten KI-Investorentag. Beim Kapitalmarkttag der krisengeplagten VW-Sportwagentochter Porsche am Mittwoch dürften dagegen ganz andere Themen im Fokus stehen.
Letzte DAX-Rekorde
Am 28. August hatte der DAX sein letztes Allzeithoch auf Intraday-Basis bei 26.618,74 Punkten erreicht. Am selben Tag erreichte er einen Rekord auf Schlussbasis bei 26.569,99 Zählern.
Claudia Stephan, Alexandra Hesse, Martina Köhler, Julia Walter, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
Ausgewählte Hebelprodukte auf Ölpreis (Brent)
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Ölpreis (Brent)
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag, Julian Mezger für Finanzen Verlag