Deutsche Banken rechnen mit weniger Kreditausfällen


Die deutschen Banken rechnen nach Angaben der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e.V. (BKS) mit weniger Kreditausfällen als vor einem Jahr. Wie das aktuelle NPL-Barometer des BKS zeigt, erwarten die befragten Institute für 2021 notleidende Kredite (Non-Performing Loans - NPL) von 40,6 Milliarden Euro, nachdem sie vor einem Jahr für 2021 noch 59 Milliarden Euro prognostiziert hatten. Für 2022 wird ein Anstieg auf 46,7 Milliarden erwartet. "Die Teilnehmer unserer Umfrage waren in diesem Jahr wesentlich konservativer in ihrer Einschätzung", kommentierte BKS-Präsident Jürgen Sonder die Zahlen.

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Ursache sei, dass 2020 staatliche Hilfsmaßnahmen Insolvenzen hinausgezögert hätten und es zu keinen Verwerfungen durch Kreditausfälle gekommen sei. Dazu zählten die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, Liquiditäts- und Kreditprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau und das Kurzarbeitergeld. "Erst wenn die Politik sich dazu entscheidet, keine weiteren Hilfen zu leisten, wird das wahre Ausmaß deutlich werden", so Sonder.

Die Banken gehen laut der Umfrage davon aus, dass die NPL-Quote kleiner und mittelgroßer Unternehmen im stationären Einzelhandel, in der Tourismusbranche und der Gastronomie von 2,5 Prozent 2020 auf 3,2 Prozent im Prozent im laufenden und 3,8 Prozent im nächsten Jahr steigen wird. Für wohnwirtschaftliche Immobilienkredite werden Quoten von 1,5 und 1,7 Prozent erwartet, bei Gewerbeimmobilien 2,5 und 3,1 Prozent und bei Konsumentenkrediten 2,8 und 3,4 Prozent.

Sonder weist darauf hin, dass die Banken aufgrund der zu erwartenden Kreditausfälle ihre Risikovorsorge bereits deutlich erhöht hätten. "Nach Auslaufen der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen und nach Beendigung der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zum 30. April 2021 wird das NPL-Management der Kreditinstitute in den nächsten Jahren besonders gefordert werden", meint er.

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Auch wenn die Banken die zu erwartenden Kreditausfälle teilweise bereits in der Risikovorsorge berücksichtigt hätten, werde ein weiterer großer Mehraufwand in der Restrukturierung beziehungsweise Sanierung von insolvenzgefährdeten Unternehmen entstehen.

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)

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