Deutsche Elektroindustrie will Vorjahrestief 2021 vollständig wettmachen
FRANKFURT/BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Elektroindustrie hat ihre Erwartung für 2021 deutlich erhöht. Zuletzt habe die Branche "durchweg hohe zweistellige Zuwächse" verbucht, erklärte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). "Diese positive Entwicklung nehmen wir zum Anlass, unsere bisherige Produktionsprognose für die deutsche Elektroindustrie von plus 5 auf plus 8 Prozent heraufzusetzen", sagte der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung, Wolfgang Weber. "Wir gehen damit davon aus, dass wir die Produktionseinbußen des vergangenen Jahres von minus sechs Prozent bereits im laufenden Jahr wieder einholen können."
Das Geschäftsklima in der Branche sei stabil, gleichzeitig blieben aber Risiken für die angehobene Prognose und die weitere konjunkturelle Entwicklung. "Die größte Herausforderung liegt derzeit in der Materialknappheit und in logistischen Problemen, wie Verzögerungen in der Lieferkette", so Weber weiter. Im April dieses Jahres lagen die Auftragseingänge laut ZVEI 57 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Gleichzeitig legten Produktion und Umsatz um 27 und 29 Prozent zu. Diese extrem hohen Steigerungsraten gingen natürlich nicht zuletzt auf Basiseffekte zurück. So hätten die Unternehmen im April 2020, dem ersten kompletten Lockdown-Monat der Corona-Pandemie, ein kräftiges Auftragsminus verbucht. Die Rückgänge seien jetzt allerdings mehr als wettgemacht worden.
Im Gesamtzeitraum von Januar bis einschließlich April dieses Jahres überstiegen die Auftragseingänge ihren Vorjahreswert um 24 Prozent. Die Produktion lag hier 8 Prozent im Plus. Die aggregierten Branchenerlöse kamen in den ersten vier Monaten den Angaben zufolge auf 63,9 Milliarden Euro, womit sie um fast 9 Prozent höher lagen als vor einem Jahr. Der Verband verwies zudem auf erste Ansätze eines "Dekarbonisierungsbooms", der positive Auswirkungen auf die weitere konjunkturelle Entwicklung der Branche haben könne.
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June 10, 2021 03:01 ET (07:01 GMT)