Deutsche Reallöhne sinken 2020 um 1,1 Prozent
WIESBADEN (Dow Jones)--Die realen Löhne der deutschen Arbeitnehmer sind im Jahr 2020 um 1,1 Prozent gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sanken die nominalen Löhne um 0,7 Prozent. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Die Verbraucherpreise stiegen im vergangenen Jahr um knapp 0,5 Prozent. Nach Abzug der Inflation mussten die Arbeitnehmer daher Verdiensteinbußen hinnehmen.
Gegenüber den am 17. Februar veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen ergab sich somit für die Entwicklung der Reallöhne eine Korrektur von 0,1 Prozentpunkten nach unten.
Erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2007 gingen die Nominallöhne im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr zurück. Die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung 2020 war stark durch den vermehrten Einsatz von Kurzarbeit im Zuge der Corona-Krise beeinflusst: Kurzarbeit reduziert die bezahlte Wochenarbeitszeit und damit den Bruttomonatsverdienst. Wenngleich das Kurzarbeitergeld die Verdiensteinbußen für viele Beschäftigte abgefedert hat, ist es eine Lohnersatzleistung und kein Verdienstbestandteil. Daher wird es in den Verdienststatistiken nicht erfasst.
Im Jahr 2019 waren die realen Löhne um 1,2 Prozent gestiegen. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 waren die nominalen Verdienste im Jahr 2009 um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, die realen Verdienste waren damals um 0,1 Prozent gesunken.
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March 24, 2021 03:13 ET (07:13 GMT)