Deutsche Wirtschaft fordert von Japan Lockerung des Einreiseverbots


Japans striktes Einreiseverbot wegen der Corona-Pandemie sorgt bei deutschen Unternehmen und internationalen Austauschstudenten für vehemente Kritik. "Das seit 23 Monaten bestehende Einreiseverbot ist nicht nur eine Belastung für die deutsche Wirtschaft, sondern schadet auch Japans eigener Wirtschaft und seinem internationalen Ruf", beklagte Marcus Schürmann, Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK Japan) am Mittwoch.

Werbung

Die Einreisebeschränkungen behinderten Firmen in ihrer Geschäftstätigkeit massiv, so Schürmann weiter. Eine Umfrage der Kammer habe ergeben, dass 73 Prozent der deutschen Unternehmen in Japan laufende Projekte und Geschäftstätigkeiten erheblich gefährdet sehen.

"Internationale Unternehmen benötigen für die Besetzung von Schlüsselpositionen in den Unternehmen dringend Entsandtkräfte, die schließlich auch einen Beitrag für die Gesellschaft leisten und Steuern zahlen", so der Delegierte der Deutschen Wirtschaft in Japan. Spezialisten mit zeitlich begrenztem Aufenthalt müssten dringend für den Abschluss von Projekten nach Japan kommen. "Wir fordern die japanische Regierung daher dringend auf, die Einreisebeschränkungen zu flexibilisieren und die Einreise dieser Zielgruppen nach transparenten Verfahren zu ermöglichen", erklärte Schürmann.

23 Prozent der befragten deutschen Unternehmen haben den Angaben nach bereits erhebliche Geschäftseinbußen im Zusammenhang mit dem Einreiseverbot verbucht, die insgesamt weit über 100 Millionen Euro liegen. Viele deutsche Manager seien besorgt, dass die strengen Einreiseregeln Japans Wirtschaft selbst stark beeinträchtigen. Einige sähen gar langfristige Auswirkungen, da Japan seinen Ruf als Zielland für Investitionen und internationale Talente aufs Spiel setze.

Werbung

Zu den Leidtragenden des strikten Einreiseverbots gehören auch rund 150 000 Austauschstudenten, die seit zig Monaten darauf warten, endlich ihr Studium in Japan antreten zu können. Für gerade mal 500 von ihnen soll es nun eine Ausnahme geben, berichteten japanischen Medien. Kritiker beklagen bereits einen Rückfall Japans in die Mentalität der Vergangenheit, als sich das Inselreich in der Edo-Zeit (1603 bis 1868) mehr als 200 Jahre lang von der Außenwelt abgeschottet hatte. Japan betreibe unter dem Vorwand der Pandemie erneut eine Politik des "Sakoku" - der Abschließung des Landes.

TOKIO (dpa-AFX)

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.