Deutsche Wirtschaft setzt vor Frankreichwahl auf Kontinuität


BERLIN (dpa-AFX) - Vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat die deutsche Wirtschaft die Bedeutung einer auf Europa ausgerichteten Politik in dem wichtigen Nachbarland betont. Die Regierung von Emmanuel Macron habe sich sehr stark für die französische und die ausländische Wirtschaft eingesetzt, sagte der Geschäftsführer der Außenhandelskammer Frankreich (AHK), Patrick Brandmaier, am Donnerstag in Berlin. Das Klima für Unternehmen in Frankreich sei sehr positiv und es gebe seit Jahren eine sehr solide deutsch-französische Zusammenarbeit.

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Der Ausgang der Frankreichwahl sei wichtig für die Ausrichtung der deutsch-französischen Achse sowie die handels- und industriepolitische Ausrichtung der EU, sagte der Außenhandelswirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier. Das gelte insbesondere angesichts des Ukraine-Kriegs und der zu bewältigenden Folgen.

"Frankreich ist ein absolut wichtiger Handelspartner", betonte Treier. "Frankreich ist der drittwichtigste Exportmarkt für Deutschland vor China und nach den USA." Die Erwartung sei, das Frankreich auf Rang zwei aufrücke. "Frankreich wird attraktiver, zumindest relativ." Dabei spiele auch der im Vergleich zu Deutschland deutlich niedrigere Industriestrompreis eine Rolle. Deshalb überlegten auch Unternehmen aus dem Südwesten Deutschlands, ihre Geschäfte in Frankreich auszubauen. 71 Prozent der zu Jahresbeginn vom DIHK befragten Unternehmen wollten 2022 im Euroraum investieren, dabei spiele Frankreich eine wichtige Rolle.

Das deutsch-französische Handelsvolumen stieg 2021 nach einem coronabedingten Einbruch im Vorjahr 2021 auf 165 Milliarden Euro, 102,3 Milliarden Euro davon waren deutsche Exporte nach Frankreich. Dabei verkauften deutsche Unternehmen nicht nur viele Waren nach Frankreich sondern seien dort, gemessen an der Zahl der Projekte, auch der größte ausländische Investor. Sie trügen damit zu der von Präsident Macron angestrebten Reindustrialisierung des Landes bei.

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Die französische Präsidentschaftswahl startet an diesem Sonntag, die Stichwahl ist am 24. April. In den Umfragen liegt der für eine zweite Amtszeit kandidierende Präsident Macron klar vorne, seine rechte Hauptherausforderin Marine Le Pen hat zuletzt aber immer mehr zu ihm aufgeschlossen. Auf Rang drei in den Umfragen liegt Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon.

/evs/DP/eas

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