Deutscher Auftragseingang steigt im Mai kräftig
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat sich im Mai deutlich erholt, allerdings etwas weniger stark als erwartet. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) stiegen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 10,4 Prozent und lagen kalenderbereinigt um 29,3 (April: minus 36,9) unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen monatlichen Anstieg um 15,0 Prozent prognostiziert.
Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen erhöhten sich die Auftragseingänge um 8,9 Prozent. Den zunächst für April gemeldeten Rückgang der gesamten Auftragseingänge um 25,8 Prozent revidierten die Statistiker auf 26,2 Prozent.
Die Auslandsaufträge erhöhten sich um 8,8 (minus 29,0) Prozent, darunter die aus dem Euroraum um 20,9 (minus 30,2) Prozent. Die Inlandsaufträge stiegen um 12,3 (minus 22,2) Prozent. Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern nahm um 0,4 (minus 22,4) Prozent zu, die Nachfrage nach Investitionsgütern um 20,3 (minus 31,6) Prozent und die nach Konsumgütern um 4,7 (minus 11,3) Prozent.
Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, die Daten sprächen dafür, dass die Industrierezession ihren Tiefpunkt durchschritten habe. Das nach wie vor niedrige Orderniveau zeige aber auch, dass der Aufholprozess noch lange nicht abgeschlossen sei. "Der vergleichsweise geringe Orderzuwachs aus dem nicht-europäischen Ausland deutet zudem darauf hin, dass das weltwirtschaftliche Umfeld zunächst schwierig bleibt", urteilte das Ministerium.
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July 06, 2020 02:10 ET (06:10 GMT)