Deutscher Einzelhandel verbucht Umsatzminus im Juni
Von Andreas Plecko
WIESBADEN (Dow Jones)--Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im Juni weniger stark gesunken als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, fielen die Umsätze nach Abzug der Inflation um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten allerdings einen Rückgang um 3,2 Prozent prognostiziert. Im Mai waren die Umsätze um 12,7 Prozent gestiegen.
Auf Jahressicht lagen die Umsätze im Juni preisbereinigt um 5,9 Prozent höher. Der Einzelhandel macht rund 25 Prozent des privaten Konsums in Deutschland aus. Die Daten zum Einzelhandel unterliegen sehr häufig recht großen Revisionen.
Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Juni real 2,3 Prozent mehr um als im Vorjahr. Dabei lagen die Umsätze bei Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten um 3,1 Prozent höher. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln setzte hingegen 4,0 Prozent weniger um.
Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze real um 8,4 Prozent auf Jahressicht. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit 30,7 Prozent erzielte der Internet- und Versandhandel. Veränderungsraten dieser Größenordnung seien selbst in dieser sehr dynamischen Branche ungewöhnlich und somit zu einem erheblichen Teil auf einen Sondereinfluss der Corona-Pandemie zurückzuführen, hies es von den Statistikern.
Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 14,6 Prozent. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art mit einem realen Minus von 16,0 Prozent.
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July 31, 2020 02:14 ET (06:14 GMT)