Deutschland und Norwegen vertiefen Raumfahrt-Kooperation


TROMSØ (dpa-AFX) - Bundesraumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) und Norwegens Handels- und Industrieministerin Cecilie Myrseth haben in Tromsø formell eine engere Kooperation im Bereich Raumfahrt vereinbart. Die Ministerinnen unterzeichneten in der Arktis-Stadt rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises eine Vereinbarung zu den Aufgaben und Zielen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe.

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Souveränität bei Satelliten

Bär sprach von einem wichtigen Schritt für mehr Souveränität. Es geht unter anderem um mehr Unabhängigkeit von den USA im Bereich Satellitenkommunikation und -Technik. Die norwegische Insel Andøya mit ihrem Raketenstartplatz, die Bär ebenfalls besucht, soll Deutschlands Zugang zum Weltraum sichern. Europa ist derzeit vor allem auf das US-Unternehmen Space X des Milliardärs Elon Musk angewiesen, um Satelliten ins All befördern zu können. Das berührt nicht nur Forschung und Wissenschaft, sondern mit Blick auf Lagebilder und Aufklärung zunehmend auch das Thema Verteidigung.

Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Start-up Isar Aerospace von Andøya aus die Orbitalrakete "Spectrum" in den Himmel geschossen, die für den Transport erdnaher Satelliten in die Umlaufbahn gedacht ist. Nach nur 30 Sekunden stürzte sie ab. Ein weiterer Testflug war Anfang des Monats wegen technischer Probleme vor dem Start abgebrochen worden.

Arktis im Scheinwerferlicht

Bär hatte erst vor einem Monat zusammen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Nato-Partner und nicht EU-Mitglied Norwegen besucht, wo neben einer Nato-Übung auch die intensivierte Kooperation im Raumfahrtbereich initiiert wurde.

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Die Arktis sei ins Scheinwerferlicht gerückt, nicht nur aus wirtschaftlichen und wissenschaftlichen, sondern auch aus sicherheitspolitischen Gründen, sagte Bär bei einem Besuch im Norwegischen Polarinstitut in Tromsø. Dabei verwies sie auch auf die Schlagzeilen rund um Grönland zu Beginn des Jahres. US-Präsident Donald Trump hatte Ansprüche auf die zu Dänemark gehörende Insel angemeldet.

Thema des Norwegen-Besuchs ist auch die Forschung zum Klimawandel. In der Arktis zeigt er sich Forschern zufolge durch Eisschmelze und wärmer werdende Sommer besonders stark./jr/DP/jha

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