DIHK: Industrieunternehmen optimistischer als Gesamtwirtschaft
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Industrie blickt laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) "wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft als noch im vergangenen Herbst" und ist insgesamt optimistischer als die Gesamtwirtschaft. Wie eine entsprechende Sonderauswertung der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage zeigt, gehen 37 Prozent der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate von Umsatzzuwächsen aus, 23 Prozent stellen sich auf Rückgänge ein. In der Gesamtwirtschaft erwarten laut DIHK hingegen 27 Prozent der Betriebe Umsatzsteigerungen und 28 Prozent Umsatzrückgänge.
An den Befragungen der Industrie- und Handelskammern zu Jahresbeginn 2021 beteiligten sich laut DIHK knapp 8.000 Industrieunternehmen. 31 Prozent von ihnen beurteilten ihre Geschäftslage demnach als gut, im Herbst 2020 waren es noch 23 Prozent. Bei den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate seien die optimistischen Stimmen in der Überzahl.
Dass die Industrie im Vergleich der Wirtschaftszweige zuversichtlich sei, zeige sich vor allem auch bei den Exporterwartungen. Diese fallen günstiger aus als in den beiden Vorumfragen und auch positiver als in der Erhebung zu Jahresbeginn 2020: 30 Prozent der exportierenden Industrieunternehmen rechnen laut den Angaben mit einer Zunahme der Ausfuhrtätigkeit.
Den vergleichsweise günstigen Geschäftserwartungen stehen laut der Erhebung allerdings "deutliche Abwärtsrisiken gegenüber" - 61 Prozent der Industrieunternehmen sehen demnach in der Inlandsnachfrage ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Lediglich im Handel sei der Anteil höher. Aber auch die Entwicklungen auf den ausländischen Märkten bereiteten den Unternehmen Sorgen: 46 Prozent der exportierenden Unternehmen bewerten die Auslandsnachfrage als Risiko, 45 Prozent sorgten sich um steigende Energie- und Rohstoffpreise.
Beinahe jeder vierte Industriebetrieb berichtete zudem von schrumpfendem Eigenkapital. Insgesamt hätten 28 Prozent der Unternehmen vor, ihre Investitionstätigkeit zurückzufahren - bei den Betrieben, die von Eigenkapitalrückgängen beziehungsweise Liquiditätsengpässen berichteten, sei der Anteil aber mit 52 Prozent beinahe doppelt so hoch.
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February 24, 2021 05:41 ET (10:41 GMT)