DIHK sieht trotz korrigierter Prognose folgenschwere Rezession
BERLIN (Dow Jones)--Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht trotz der etwas weniger schlechten Konjunkturprognose keinen Grund für Euphorie. "Die Rezession ist und bleibt folgenschwer für die deutsche Wirtschaft, der Weg aus dem Tief ist für viele sehr schwierig", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Viele Unternehmen seien noch weit entfernt von den Umsätzen, die sie vor der Krise hatten.
Fast die Hälfte der Unternehmen rechnen laut DIHK-Befragung nicht mit einer raschen Rückkehr zur Normalität. Auch für die deutsche Exportwirtschaft gibt es laut Wansleben noch keine Entwarnung. "Noch immer erschweren verminderte Nachfrage, ausbleibende Investitionen, Störungen in den Lieferketten und Einschränkungen bei Geschäftsreisen die internationalen Geschäfte." Ein Hemmschuh seien die aufgrund der Krise zurückgestellten Investitionen sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Herausfordernd sei zudem die finanzielle Situation in etlichen Unternehmen. "Daher brauchen die Betriebe mehr denn je gute Standortbedingungen für das Wirtschaften hierzulande", so der DIHK-Hauptgeschäftsführer.
Die Bundesregierung hatte ihre Wirtschaftsprognose für dieses Jahr nach oben korrigiert. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 5,8 Prozent schrumpfen, während im Frühjahr noch ein Minus von 6,3 Prozent erwartet worden war. Für das Jahr 2021 rechnet die Regierung mit einem Wachstum von 4,4 Prozent statt 5,2 Prozent. Im Jahr 2022 könne das Vorkrisenniveau beim BIP wieder erreicht werden.