DIW: Konjunkturbarometer steigt im August wieder deutlich


Von Andreas Plecko

DOW JONES--Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im August um gut fünf Punkte auf 96,4 Punkte gestiegen. Damit kommt der Indikator der neutralen 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt, nach dem Rückgang im Vormonat wieder näher. Das Barometer setzt damit sein Auf und Ab der vergangenen Monate fort. "Das in den vergangenen Monaten schwankende DIW-Konjunkturbarometer spiegelt das insgesamt instabile konjunkturelle Bild wider - so langsam scheint die deutsche Wirtschaft aber Fuß zu fassen", sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik.

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Trotz einer unerwartet kräftigen Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent im zweiten Quartal und Rekordexporten bleiben die Belastungsfaktoren hoch. Neben anhaltenden geopolitischen Risiken um den Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie den Einschränkungen in der Straße von Hormus belasten gestiegene Ölpreise Energiekosten und Verbraucherpreise. Zudem begrenzen niedrige Pegelstände auf wichtigen deutschen Wasserstraßen infolge des Hitzesommers die Transportkapazitäten und verteuern Rohstoffe.

In der deutschen Industrie zeichnet sich indes eine Überwindung des langanhaltenden Tiefs ab. Kräftige Auftragseingänge - insbesondere durch inländische Großaufträge im Verteidigungssektor - sowie sich stabilisierende Produktionszahlen und eine aufgehellte Unternehmensstimmung sorgen für Zuversicht. DIW-Expertin Laura Pagenhardt betonte jedoch die Notwendigkeit nachhaltiger Impulse: "Vor allem das Exportgeschäft und die kräftigen öffentlichen Investitionen stabilisieren aktuell die Wirtschaftsleistung in Deutschland und sorgen bei der Industrie für mehr Zuversicht. Entscheidend ist nun, dass den kurzfristigen Impulsen auch mehr private Investitionen, höhere Produktivität und eine nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts folgen."

Im Dienstleistungssektor zeigt sich das Bild gespalten. Während unternehmensnahe Bereiche vorsichtig optimistisch stimmen, dämpfen die trübe Verbraucherlaune, die erneut gestiegene Inflation und sinkende Erwerbstätigenzahlen die Entwicklung bei den konsumnahen Dienstleistungen und dem privaten Konsum.

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Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/mgo

(END) Dow Jones Newswires

August 27, 2026 04:38 ET (08:38 GMT)

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