Eindringliche Warnung

Rheinmetall-Chef fordert KI-Regeln - Berenberg sieht weiteres Potenzial - auch Aktien von HENSOLDT & Co. legen zu


Rheinmetall-Chef fordert KI-Regeln - Berenberg sieht weiteres Potenzial - auch Aktien von HENSOLDT & Co. legen zu

Rheinmetall-Chef Armin Papperger fordert weltweit verbindliche Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen. Gleichzeitig sehen Analysten weiteres Potenzial für Anleger.

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Angesichts des rasanten technischen Fortschritts in der Rüstungsbranche hat Rheinmetall-Chef Armin Papperger globale Regeln angemahnt, damit künftig weiterhin Menschen über die Schussabgabe in Kriegen entscheiden und keine Maschinen mit Künstlicher Intelligenz (KI). Technologisch wird in den nächsten zehn Jahren sehr viel möglich sein - das geht exponentiell nach oben, sagte der Manager der Deutschen Presse-Agentur bei der Rüstungsmesse Eurosatory in Villepinte bei Paris, die am Freitag endet. Man müsse Regeln vorschreiben, ähnlich wie bei Atomwaffen - "wo man eben sagt, hier sind die Grenzen". Das kann kein Unternehmen oder Individuum festlegen, sondern das muss man über einen Ethikrat oder über eine UN-Resolution machen.

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Der Faktor Mensch und das Risiko eines ungleichen Wettbewerbs

Rheinmetall stellt Drohnen, Militärfahrzeuge und Schiffe her, die auch dank Anwendungen der Künstlichen Intelligenz autonom steuern. Papperger betont, dass bei selbstständigen Waffensystemen immer der Mensch das letzte Wort habe, also die Entscheidung zur Gewaltanwendung treffe. "Wir stellen kein einziges System her, bei dem nicht der Mensch die finale Entscheidung trifft", sagt der Vorstandschef. Das sei Rheinmetalls "ethischer Ansatz als Firma: Es gibt immer den "Human in the Loop", der Mensch trifft die finale Entscheidung."

Technologisch wäre es schon heute möglich, der KI die Entscheidung zu überlassen. Rheinmetall sowie dessen Nato-Kunden wollten dies aber nicht tun. Schwierig werde es allerdings, wenn in einem Konflikt auf der Welt eine feindliche Armee anders vorginge und der Künstlichen Intelligenz die letzte Entscheidung überlasse. Um das zu verhindern, wären weltweit gültige Regeln wichtig, sagt der Rheinmetall-Chef.

Berenberg sieht attraktive Einstiegsgelegenheiten im Sektor

Die Wichtigkeit von Innovationen im Bereich von Luftabwehr und unbemannten Systemen spiegelte sich laut George McWhirter auch in den Besucherzahlen auf der diesjährigen Eurosatory wider. Der Analyst der Privatbank Berenberg schätzte das Interesse in Paris höher ein als vor zwei Jahren, was etwas im Widerspruch zur schwachen Kursentwicklung der europäischen Branche seit Jahresbeginn steht. In einer aktuellen Analyse belässt Berenberg die Aktie von Rheinmetall auf "Buy" mit einem Kursziel von 1750 Euro. Nach Gesprächen mit elf Unternehmen zeigt sich der Experte zudem für Renk und Vincorion positiver gestimmt. Günstige Bewertungen, ein starkes Gewinnwachstum und anstehende Kurstreiber wie der Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli sowie die Bestätigung erwarteter Großaufträge böten im gesamten Sektor attraktive Einstiegsgelegenheiten.

Kursgewinne bei den Rüstungsaktien

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Auf XETRA zeigte sich die Rheinmetall-Aktie letztlich 2,04 Prozent höher bei 1.202,60 Euro. Die Aktien der Konkurrenz reagierten ebenfalls: RENK-Titel gewannen 2,43 Prozent auf 48,00 Euro, HENSOLDT zeigten sich 1,23 Prozent fester bei 72,46 Euro und TKMS legten 0,95 Prozent auf 74,00 Euro zu.

Claudia Stephan, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: Postmodern Studio / Shutterstock.com, Tobias Arhelger / Shutterstock.com

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