H&M-Aktie nähert sich Jahrestief: Schwaches Wachstum belastet
Der Modehändler H&M ringt weiter mit einer schwachen Umsatzentwicklung, auch wenn der Erlös im dritten Quartal im laufenden Geschäftsjahr erstmals leicht gestiegen ist.
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Der Inditex-Konkurrent rechnet zudem damit, dass die Folgen des Iran-Kriegs die Einkaufskosten steigern werden. Zudem dürften es mehr Preisnachlässe der Einzelhändler geben, insbesondere wegen Werbeaktionen vor dem sogenannten Black Friday. Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende August) sei der Umsatz leicht auf rund 57,2 Milliarden schwedische Kronen (5,1 Mrd Euro) gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Stockholm mit. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus ein Prozent.
Analysten wie der RBC-Experte Richard Chamberlain äußerten sich besorgt über die hohen Lagerbestände des Unternehmens. Nach Einschätzung der JPMorgan-Expertin Georgina Johanan verfehlte die Bruttomarge die Erwartungen. Investoren zeigten sich enttäuscht.
"Unsere Sommerkollektion ist bei den Kunden gut angekommen", sagte Konzernchef Daniel Erver. Vor allem zum Quartalsende habe sich die Entwicklung beim Umsatz gebessert. Für den September rechnet der Manager nun ebenfalls mit einem währungsbereinigten Anstieg von einem Prozent.
Das operative Ergebnis konnte der Inditex-Konkurrent (Inditex) im vergangenen Quartal um mehr als ein Fünftel auf gut 6 Milliarden Kronen steigern. Analysten hatten im Schnitt nur mit knapp 5,3 Milliarden gerechnet. Dabei profitierte das Unternehmen aber auch von Rückzahlungen durch zu viel gezahlte Zölle in den Vereinigten Staaten. Es sei nicht mit weiteren Erstattungen zu rechnen, sagte Erver in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.
H&M auf Tief seit Juli - Quartal und Geschäft enttäuschen
Die Aktien von H&M sind am Donnerstag nach Geschäftszahlen zum dritten Geschäftsquartal auf den tiefsten Stand seit Juli abgesackt. Vorbörslich ließen sich die Anleger offenbar noch von den positiven Sondereinflüssen zurückerstatteter Zollgebühren blenden, nach skeptischen Analystenkommentaren gerieten die Papiere der Schweden dann aber zunehmend unter Druck.
Im frühen Handel erreichte der Abschlag bei den H&M-Papieren mit minus 3,7 Prozent seinen Höhepunkt. Zuletzt verlor das Papier 2,4 Prozent auf 162,20 Kronen. Europaweit gaben die Kurse leicht nach.
Am deutlichsten fiel die Reaktion wohl bei der Citigroup-Expertin Monique Pollard aus. Sie hatte den Aktien vor der Zahlenveröffentlichung noch einen positiven Stempel aufgedrückt, da sie mit einer Umsatzbeschleunigung im Juli und August und robusten Ergebnissen gerechnet hatte. Diesen "Upside Catalyst Watch" strich sie nun und avisierte stattdessen eine negative Kursreaktion. Das dritte Quartal sei margenseitig ebenso ein wenig enttäuschend wie das derzeitige Geschäft.
Matthew Clements von der Investmentbank Barclays stimmte zu. Er monierte den Geschäftsmix wie auch den Ausblick und lobte alleine die Kostenkontrolle der Schweden.
Für das Jahr 2026 liegen die Aktien von H&M derzeit mit rund 14 Prozent im Minus. Bei Zalando sind es etwa 12 Prozent und beim spanischen Konkurrenten Inditex etwa 6 Prozent. Zalando und Inditex lagen am Donnerstag leicht im Plus.
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STOCKHOLM (dpa-AFX)
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