Enria: EZB plant kein neues Ausschüttungsverbot


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) plant vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs nach den Worten ihres Chefs Andrea Enria kein Ausschüttungsverbot für Banken nach dem Vorbild der Corona-Krise. "Damals standen wir vor der potenziell härtesten Rezession in Friedenszeiten in Europa, jetzt sind wir mit einer Verlangsamung des Wachstums und einem Anstieg der Inflation konfrontiert, die Situation ist also anders", sagte Enria dem griechischen Sender ERT und fügte hinzu: "Wir planen keine pauschale Beschränkung der Dividenden." Natürlich werde man aber mit jeder einzelnen Bank über ihre Kapitalentwicklung und ihre Pläne zur Dividendenausschüttung sprechen.

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Die Auswirkungen der hohen Inflation für die Banken sind Enria zufolge mehrdimensional. "Der Anstieg der Inflation wirkt sich natürlich auf die Fähigkeit der Kreditnehmer aus, ihre Kredite zurückzuzahlen, vor allem wenn die Zinssätze steigen", sagte er. Andererseits wirkten sich ein Anstieg der Zinssätze und höhere Inflationsraten im Allgemeinen positiv auf die Rentabilität der Banken aus. "Der Nettoeffekt wird also von Bank zu Bank unterschiedlich sein".

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

May 13, 2022 03:31 ET (07:31 GMT)

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