SK hynix, Samsung & Advantest brechen ein: Meta-Bericht setzt Speicherchip-Aktien unter Druck
Ein Bericht aus dem Silicon Valley schickt Asiens Speicherwerte erneut auf Talfahrt, während Analysten weiterhin gelassen bleiben.
Werte in diesem Artikel
- Bericht zu Metas Cloudplänen löst neuen Ausverkauf bei Chipwerten aus
- Aktien von Samsung, SK hynix, Kioxia und Advantest geben in Asien deutlich nach
- Analysten werten den Rückschlag nicht als Trendbruch
Die Aktien der großen asiatischen Speicherchiphersteller stehen am Donnerstag erneut massiv unter Druck. In Südkorea sackten die Anteilsscheine von Samsung letztlich um 9,06 Prozent auf 286.000 Won und die von SK hynix sogar um 14,57 Prozent auf 2.187.000 Won ab, in Japan brachen Kioxia-Aktien schließlich um 13,47 Prozent auf 76.260 Yen ein und Papiere von Advantest gerieten mit einem Verlust von 9,95 Prozent auf 28.815 Yen unter die Räder. Auch der KOSPI und der Nikkei 225 fallen kräftig, der südkoreanische Index dabei letztlich um 7,89 Prozent.
Auslöser ist kein schwaches Geschäft, sondern eine Meldung aus den USA. Einem Bericht zufolge baut Meta Platforms ein Cloudgeschäft auf, um überschüssige KI-Rechenleistung zu vermieten. Für die Speicherbranche steckt darin eine unbequeme Frage: Wenn selbst ein großer Rechenzentrumsbetreiber Kapazität abgibt, wie robust ist dann die Nachfrage, die die Rally getragen hat?
Ein Cloudplan aus dem Silicon Valley setzt die ganze Branche unter Druck
Laut dem Medienbericht will Meta überschüssige Rechenleistung künftig vermieten, die Aktie der Facebook-Mutter legte daraufhin am Mittwoch an der NASDAQ letztlich um 8,81 Prozent auf 612,91 US-Dollar zu. Für die Zulieferer der KI-Infrastruktur dreht sich die Lesart jedoch um: Verkauft ausgerechnet ein Hyperscaler Kapazität, nährt das Zweifel, ob der Nachschub an Rechenpower wirklich knapp bleibt und ob die Investitionsbudgets der großen Cloudanbieter so stark weiter steigen wie eingepreist. Schon am Mittwochabend hatten US-Speicherwerte um Micron den Rückwärtsgang eingelegt und teils zweistellig verloren, ehe die Schwäche über Nacht nach Asien überschwappte und dort die Schwergewichte erwischte.
Gewinnmitnahmen nach einer außergewöhnlichen Rally
Der zweite Treiber der Kursverluste ist hausgemacht. Halbleiterwerte zählten im ersten Halbjahr zu den stärksten Titeln überhaupt, SK hynix und Kioxia hatten sich in der Spitze vervielfacht. Nach einem solchen Lauf genügt ein Auslöser, damit Anleger Kasse machen. Verschärft wird das in Seoul durch die Struktur des Marktes: Samsung und SK hynix bringen inzwischen zusammen rund die Hälfte des Indexgewichts im KOSPI auf die Waage, Marktbeobachtern zufolge deutlich mehr als noch Ende des Vorjahres. Kippen die beiden Schwergewichte, kippt der ganze Index, selbst wenn viele kleinere Werte an diesem Tag zulegen.
Eine Kartellklage rührt an das stärkste Argument der Branche
Als zusätzliche Belastung wirkt eine Ende Juni vor einem US-Bundesgericht in Kalifornien eingereichte Sammelklage. Sie wirft Samsung, SK hynix und Micron vor, das Angebot an DRAM-Speicher koordiniert verknappt und so die Preise über Jahre nach oben getrieben zu haben. Belegt ist davon bislang nichts, es sind zunächst die Vorwürfe einer Zivilklage. Doch sie zielen auf den Kern der Aufwärtsthese: Die kräftig gestiegenen Speicherpreise galten als Beleg für dauerhafte Preismacht. Genau diese Preismacht stünde infrage, sollten die Kläger vor Gericht durchdringen.
Warum die Analysten trotzdem gelassen bleiben
Bemerkenswert ist die Reaktion der Profis. Von einem tatsächlichen Nachfrageeinbruch oder schwächeren Gewinnen ist bislang nichts zu sehen, und mehrere Häuser lesen den Rückschlag als Positionierung, nicht als Wende. IBK Securities bestätigte in dieser Woche die Kaufempfehlung für SK hynix und hob das Kursziel deutlich an, auf 4 Millionen Won von zuvor 1,8 Millionen. Morgan Stanley blieb bei Micron übergewichtet und deutete den Abverkauf als Rotation innerhalb des Sektors, nicht als Bruch des Speicherzyklus. Die Botschaft dahinter: Der Kurssturz sagt mehr über die Nervosität nach der Rally aus als über das laufende Geschäft der Konzerne.
Den nächsten belastbaren Prüfstein liefern die anstehenden Quartalszahlen der Speicherkonzerne, an denen sich zeigt, ob die Nachfrage die hohen Erwartungen einlöst. Näher liegt ein anderer Termin: Am 10. Juli soll SK hynix mit einer Notierung über US-Zertifikate an der NASDAQ starten. Wie diese Papiere aufgenommen werden, wird ein erster Fingerzeig sein, wie viel Vertrauen internationale Investoren dem Speicherboom nach dem Rücksetzer noch entgegenbringen.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 25.06.26 | Micron Technology Buy | Deutsche Bank AG | |
| 25.06.26 | Micron Technology Outperform | RBC Capital Markets | |
| 25.06.26 | Micron Technology Neutral | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 25.06.26 | Micron Technology Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 15.06.26 | Micron Technology Outperform | RBC Capital Markets |
