EU erhöht wegen Iran-Krieg Angebot an CO2-Zertifikaten


Von Joshua Kirby

DOW JONES--Die EU lässt ein größeres Angebot von CO2-Emissionen zu in ihrem Emissionshandelssystem zu. Damit soll die Stabilität angesichts eines durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Anstiegs der Energiepreise gewährleistet werden. Im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) müssen Unternehmen, deren Betrieb klimaschädliches Kohlendioxid ausstößt, für jede emittierte Tonne ein Zertifikat erwerben. Das seit 2005 bestehende System umfasst eine Marktstabilitätsreserve. Diese soll sicherstellen, dass die Preise für diese Emissionszertifikate weitgehend stabil bleiben. Unternehmen erhalten derweil eine bestimmte Menge an kostenlosen Zertifikaten, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu erhalten. Die Zertifikate werden auf Auktionen verkauft und können auch zwischen den Verursachern gehandelt werden.

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Derzeit werden alle Zertifikate in der Reserve, die einen Schwellenwert von 400 Millionen überschreiten, jedes Jahr dauerhaft gelöscht. Die Europäische Kommission, das Exekutivorgan der Staatengemeinschaft, teilte am Mittwoch mit, dass sie nun vorschlage, diesen Löschungsmechanismus abzuschaffen. Diese Änderung "wird die Marktstabilitätsreserve besser in die Lage versetzen, auf künftige Marktentwicklungen zu reagieren, einschließlich einer potenziellen Angebotsverknappung in den kommenden Jahrzehnten", teilte die Behörde mit.

Der Vorschlag folgt auf Äußerungen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie sagte, das ETS müsse modernisiert und flexibler gestaltet werden. Hintergrund ist die Eskalation des Konflikts der USA und Israels mit dem Iran, die die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben hat. Neben Änderungen an der Stabilitätsreserve würden den Herstellern auch großzügigere Richtwerte für kostenlose Zertifikate eingeräumt, sagte von der Leyen im vergangenen Monat.

Die physische Energieversorgung Europas sei trotz der Turbulenzen im Nahen Osten weiterhin gesichert, sagte von der Leyen zu diesem Zeitpunkt. "Europa ist jedoch nicht immun gegen weltweite Preisspitzen", sagte sie.

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April 01, 2026 06:17 ET (10:17 GMT)

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