EU will Filialen von Nicht-EU-Banken anscheinend strenger regulieren
FRANKFURT (Dow Jones)--Die EU-Kommission will Filialen von Banken strenger regulieren, deren Muttergesellschaft ihren Sitz außerhalb der EU hat. Wie die Financial Times unter Berufung auf informierte Personen berichtet, arbeitet die Kommission an einem Plan, der die Konzerne dazu zwingen soll, ihre Filialen in Tochtergesellschaften umzuwandeln, falls deren Aktivitäten ausreichend groß und riskant sind.
Laut FT will die Kommission damit mehr Kontrolle über nur schwach regulierte Banken erlangen, deren Anzahl sich auch infolge des Brexit rasant vermehrt. Die Europäische Zentralbank (EZB) sei besorgt, dass das Filialsystem einigen Auslandsbanken erlaube, der EZB-Aufsicht zu entgehen.
Das EU-Vorhaben könnte für diese Banken teuer werden, weil Tochtergesellschaft mehr Eigenkapital und Liquidität als Filialen vorhalten müssen. Brüsseler Offizielle sind laut FT der Meinung, dass die EU sich auf diese Weise der in den USA und Großbritannien schon länger geübten Praxis annähern würde. Bankenlobbyisten warnen allerdings, dass es zu Vergeltungsaktionen anderer Länder kommen könnte.
Das Vorhaben wird laut FT noch in der Kommission diskutiert und soll Teil des Gesetzespakets werden, das die EU zur Umsetzung der Eigenkapitalrichtlinie Basel 3 verabschieden will.
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October 11, 2021 02:27 ET (06:27 GMT)