Euroraum-Inflation sinkt auf minus 0,3 Prozent
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Rückgang der Verbraucherpreise im Euroraum hat sich im September etwas deutlicher als erwartet verstärkt. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent und lagen um 0,3 (August: 0,2) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Niedriger war die Inflationsrate zuletzt im Januar 2015. Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg von 0,3 Prozent und eine unveränderte Jahresrate von Minus 0,2 Prozent prognostiziert. Allerdings hatten Preisdaten aus Deutschland, Frankreich und Italien bereits darauf hingedeutet, dass es zu einem stärkeren Rückgang kommen würde.
Unter Herausnahme der Energie- und Nahrungsmittelpreise stiegen die Verbraucherpreise auf Monats- um 0,2 Prozent um ebenfalls 0,2 (0,4) Prozent auf Jahressicht. Volkswirte hatten Raten von je plus 0,4 Prozent vorausgesagt. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent an. Niedrige oder gar negative Inflationsraten könne die Inflationserwartungen der Wirtschaftsakteure drücken und so über Lohn - und Preismechanismen zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung beitragen.
Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich mit einer Jahresrate von 1,8 (1,7) Prozent, Alkohol und Tabak alleine um 1,4 (1,5) Prozent und unverarbeitete Lebensmittel um 3,1 (2,3) Prozent. Energie kostete 8,2 (7,8) Prozent weniger als im September 2019 und Industriegüter ohne Energie 0,3 (0,1) Prozent weniger. Dienstleistungen verteuerten sich nur noch um 0,5 (0,7) Prozent.
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October 02, 2020 05:09 ET (09:09 GMT)